Terroristen-Anwerbung
Nach Anschlägen: Lange Haftstrafe für Brüsseler «Emir von Molenbeek»

Die erstinstanzliche Gefängnisstrafe wurde von zwölf Jahren um drei Jahre verlängert. Damit muss der Brüsseler Dschihadisten-Anwerber Khalid Zerkani für 15 Jahre ins Gefängnis.

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Seit den Anschlägen in Paris im Fokus der Welt: Quartier Molenbeek in Brüssel. Hier wirkte der Emir und warb Dschihadisten an.

Seit den Anschlägen in Paris im Fokus der Welt: Quartier Molenbeek in Brüssel. Hier wirkte der Emir und warb Dschihadisten an.

KEYSTONE/AP/VIRGINIA MAYO

Der Brüsseler Dschihadisten-Anwerber Khalid Zerkani muss für insgesamt 15 Jahre ins Gefängnis. In einem Berufungsprozess wurde die erstinstanzliche Gefängnisstrafe am Donnerstag von zwölf Jahren um drei Jahre verlängert, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Zerkani, der nach seinem Wohnort "Emir von Molenbeek" genannt wird, soll Hauptverdächtige der Terroranschläge von Paris und Brüssel zum Dschihadismus geführt haben.

Der heute 42-Jährige hatte selbst Berufung gegen das erste Urteil vom vergangenen Juli eingelegt. Nach Überzeugung des Gerichts warb er jahrelang junge Männer für den Dschihad in Syrien an. Darunter sollen auch zwei der Paris-Attentäter gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft beschrieb Zerkani als "den grössten Anwerber von Dschihad-Kandidaten, den es jemals in Belgien gab". Den Ermittlern gilt er gar als möglicher Anstifter des Netzwerkes, das die Anschläge von Paris und Brüssel beging, bei denen im November und März insgesamt 162 Menschen getötet worden waren.