Brexit-Abstimmung

Nach Brexit: Jetzt wollen die Schotten Grossbritannien verlassen – das sagt Harry-Potter-Autorin

Grossbritannien ist in der Brexit-Frage gespalten: England und Wales stimmten dafür, Schottland und Nordirland dagegen. Das befeuert die schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen. Und auch in Nordirland reisst eine alte Wunde auf. Und auch die Harry-Potter-Autorin äussert sich.

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Willkommens-Schild an der Grenze Schottland-England

Willkommens-Schild an der Grenze Schottland-England

Keystone

Die Schotten haben mit klarer Mehrheit für den Verbleib in der EU gestimmt. Nach dem wahrscheinlichen Sieg der Brexit-Befürworter werden dort bereits erste Stimmen laut, die die Unabhängigkeit von Grossbritannien fordern.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte nach Auszählung der Wahlzettel in Schottland am Freitag, das Ergebnis "zeige, dass das schottische Volk seine Zukunft als Teil der Europäischen Union sieht".

Erst 2014 war ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands gescheitert. Vor dem Referendum über den EU-Austritt Grossbritanniens hatte sie jedoch angekündigt, dass es zu einem weiteren Referendum kommen könnte, sollte Schottland gegen seinen Willen zu einem Austritt gezwungen werden. Der ehemalige schottische Regierungschef Alex Salmond sagte der BBC, er sei "ziemlich sicher", dass Sturgeon nun ein erneutes Referendum anstreben werde.

Brexit
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Am Schluss müssen die Brexit-Gegner aber konsterniert das Resultat zur Kenntnis nehmen.
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Grossbritannien stimmt ab: Der Big Ben scheint durch den Unionjack.
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Grossbritannien stimmt ab.
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Nonnen nach der Stimmabgabe.
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David Cameron und Frau Samantha stimmen in London ab.
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Londons Bürgermeister Sadiq Khan ist für den Verbleib in der EU.
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Andy «Giler» Giles auf seinem Fischtrawler in Cremyll:Er stimmt heute für den Brexit.

Brexit

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Das Pro-EU-Lager konnte alle schottischen Wahlkreisen für sich gewinnen. Rund 62 Prozent der Wähler stimmten für einen Verbleib in der Europäischen Union. 38 Prozent stimmten für einen Brexit. Umfragen hatten allerdings einen noch deutlicheren Sieg für die EU-Befürworter erwartet.

Sinn Fein für Wiedervereinigung

Die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein forderte eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung Irlands. Ein solches Referendum zur Abschaffung der irischen Grenze sei ein "demokratischer Imperativ", sollte Nordirland für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt haben, berichtete unter anderem der Sender Sky News am Freitagmorgen unter Berufung auf Parteiquellen.

"Die britische Regierung hat (...) jedes Mandat, die Interessen der Menschen in Nordirland zu repräsentieren, verloren", zitierte die "Irish Times" den Sinn-Fein-Vorsitzenden Declan Kearney.

Nordirland hat der BBC zufolge mit 55,7 Prozent für einen Verbleib in der EU gestimmt. Das Brexit-Lager schnitt damit aber stärker ab als erwartet.

Das sagt die Harry-Potter-Autorin

Die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling geht nach dem britischen Brexit-Referendum davon aus, dass Schottland eine Loslösung von der Londoner Zentalregierung will. "Schottland wird die Unabhängigkeit anstreben", twitterte sie.

Premierminister David Camerons' Vermächtnis werde es sein, zwei Staaten-Bündnisse zu zerbrechen, sagte sie mit Blick auf die EU und das Vereinigte Königreich. "Beides hätte nicht sein müssen."