Afghanistan
Nach fünf Jahren in den Händen der Taliban: US-Soldat Bergdahl ist frei

Eine unglaubliche Geschichte: Geschlagene fünf Jahre befand sich US-Soldat Bowe Bergdahl in Gefangenschaft der Taliban. Nun, endlich, wurde der 28-Jährige im Tausch gegen fünf Guantánamo-Häftlinge freigelassen.

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Screenshot aus einem Taliban-Video von 2010 zeigt den US-Soldaten Bergdhal.

Screenshot aus einem Taliban-Video von 2010 zeigt den US-Soldaten Bergdhal.

Keystone

Ein fast fünf Jahre lang von den Taliban in Afghanistan festgehaltener US-Soldat ist auf freiem Fuss. Im Gegenzug erklärten sich die USA bereit, fünf im US-Lager Guantánamo Bay festgehaltene Gefangene nach Katar zu überstellen.

Präsident Barack Obama bestätigte am Samstag in einer schriftlichen Erklärung, dass sich der 28-jährige Bowe Bergdahl in amerikanischer Obhut befinde. Demnach informierte Obama die Eltern des Soldaten im US-Staat Idaho persönlich per Telefon über die Entwicklung.

Nach Angaben des Senders CNN war über die Freilassung seit langem verhandelt worden. Die Regierung von Katar habe bei den Verhandlungen vermittelt. Tatsächlich bedankte sich Obama in seiner Erklärung ausdrücklich bei Katar und auch bei der afghanischen Regierung für die Unterstützung bei der Freilassung.

Bergdahl war im Juni 2009 aus seiner Einheit in Afghanistan verschwunden. Die Taliban teilten dann mit, sie hätten den Soldaten gefangen genommen und verbreiteten mehrere Propaganda-Videos, in denen Bergdahl die USA aufrief, seine Freilassung zu erreichen.

Problemlose Übergabe

CNN zufolge erfolgte die Übergabe am Samstagmorgen (Ortszeit) an der östlichen Grenze Afghanistans. Mitglieder eines US-Spezialkommandos hätten eine Gruppe von Taliban getroffen, den Soldaten in Empfang genommen und dann per Helikopter ausgeflogen.

Die Übergabe sei völlig friedlich verlaufen. Bergdahl werde jetzt erst einmal gründlich medizinisch untersucht und dann zunächst zur Behandlung nach Landstuhl in Bayern geflogen.

Zu den Guantánamo-Gefangenen hiess es, sie würden in Katar strikt überwacht. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel teilte mit, dass die USA sich eng mit der dortigen Führung über die Sicherheitsmassnahmen abgestimmt hätten, "um zu gewährleisten, dass die nationale Sicherheit der USA nicht gefährdet wird".

Ein undatiertes Bild von Bergdahl.

Ein undatiertes Bild von Bergdahl.

Keystone

Eltern "erleichtert und dankbar"

"Im Namen des amerikanischen Volkes hatte ich die Ehre, seine (Bergdahls) Eltern anzurufen, um unsere Freude darüber auszudrücken, dass sie seine sichere Heimkehr erwarten können", erklärte Präsident Obama.

Die Eltern Bergdahls äusserten in einer Erklärung Freude, Erleichterung und Dankbarkeit. "Wir können es nicht abwarten, unseren einzigen Sohn in die Arme zu schliessen", zitierte CNN Mutter und Vater. (sda)