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Nach Massaker: Neuseelands Regierung verschärft Waffengesetz

Premierministerin Jacinda Ardern will die beim Terroranschlag von Christchurch verwendeten Schusswaffen verbieten. Das entsprechende Gesetz soll schon Anfang April in Kraft treten.
Urs Wälterlin, Sidney
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern kündigte an einer Pressekonferenz das neue Waffengesetz an. Bild: Hagen Hopkins/Getty (Wellington, 21. März 2019)

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern kündigte an einer Pressekonferenz das neue Waffengesetz an. Bild: Hagen Hopkins/Getty (Wellington, 21. März 2019)

Neuseeländischen Schützen soll es verboten sein, Sturmgewehre und halbautomatische Waffen zu besitzen. Das hat Premierministerin Jacinda Ardern am Donnerstag bekannt gegeben. Dies sei die Konsequenz aus dem Terrorangriff auf zwei Moscheen in Christchurch durch einen rechtsextremen Australier, bei dem vergangene Woche 50 Menschen ums Leben kamen und 30 weitere verletzt wurden. «Jede halbautomatische Waffe, die bei dem terroristischen Anschlag benutzt wurde, wird verboten», so Ardern. Ein entsprechendes Gesetz werde bis zum 11. April in Kraft treten.

Die Regierung kündigte auch ein Rückkaufprogramm an. Wer seine Waffen der Polizei aushändigt, soll dafür kompensiert werden. Für Gewehre, die illegal erworben worden seien, gelte eine Amnestiefrist. Schätzungen zufolge sind in Neuseeland über eine Million Schusswaffen in Privatbesitz. Der rund 40 Minuten nach der Tat festgenommene 28-jährige Mann hatte seine Waffen legal ­erworben. In Neuseeland ist es möglich, bereits ab 16 Jahren einen Waffenschein zu beantragen.

Neuseeland folgt mit dem Entscheid seinem Nachbarn Australien. Nachdem 1996 auf Tasmanien ein Amokläufer 35 Menschen erschossen hatte, führte die Regierung ein Rückkaufprogramm ein. Der Widerstand war gross. Heute sind die strengeren Vorschriften kaum noch ein Thema. Wer in Australien ein Gewehr besitzen will, muss konkrete Gründe darlegen, wie etwa einen Beruf in der Landwirtschaft zu haben. Halbautomaten sind für den Privatbesitz ganz verboten.

Täter sitzt in Isolationshaft

Der Mann, dem der folgenschwerste Amoklauf der jüngeren Geschichte angelastet wird, sitzt Berichten zufolge in Christchurch in Isolationshaft. Er habe weder zu Fernsehen, Radio noch Zeitungen Zugang, so die Behörden. Doch der Mangel an Kontakt zur Aussenwelt sei nicht sein grösstes Problem, sagt der ehemalige Strafgefangene Paul Wood gegenüber der Tageszeitung «NZ Herald». Den Gefangenen erwarte eine «miserable und einsame Existenz». Andere Häftlinge dürften bereits beschlossen haben, den mutmasslichen Massenmörder anzugreifen, weil er einen hohen Bekanntheitsgrad habe oder weil sie seine Taten für abscheulich hielten. «Für den Rest seines Lebens wird er die Wahl haben zwischen extremer Einsamkeit und konstanter Angst vor einer Attacke, wenn er mit anderen Häftlingen zusammen ist», so Wood, der wegen Mordes an einem Drogenhändler zehn Jahre in Haft sass. Der mutmassliche Amokläufer werde 23 Stunden am Tag in einer Zelle eingeschlossen sein, in der es ausser einer Toilette und einem an der Wand fest­geschraubten Bett praktisch nichts gebe. «Die Wärter dürften angehalten sein, nicht mit ihm zu sprechen», so Wood weiter.

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