Grossaktion gegen Islamisten
Nach Razzien in Deutschland: Jetzt ermittelt auch die Schweiz gegen die Koran-Verteiler von «Lies!»

In der Schweiz führt die Bundesanwaltschaft in Verbindung mit dem Gratis-Koran-"Lies!"-Projekt verschiedene Strafverfahren gegen Personen. Dabei wird laut BA mit Deutschland zusammengearbeitet.

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Die Strafverfahren in der Schweiz richteten sich gegen Personen, die mit dem "Lies"-Projekt in Verbindung stehen oder standen. (Archivbild)

Die Strafverfahren in der Schweiz richteten sich gegen Personen, die mit dem "Lies"-Projekt in Verbindung stehen oder standen. (Archivbild)

KEYSTONE

Nachdem am frühen Dienstagmorgen in zehn deutschen Bundesländern Razzien gegen die salafistische Gruppierung durchgeführt wurden und die Bundesregierung ein Verbot gegen den Verein erlassen hat, wird nun auch in der Schweiz gegen die Koran-Verteiler von «Lies!» ermittelt.

Bilder von den Polizeieinsätzen heute Dienstag in mehreren deutschen Bundesländern:

In zehn Bundesländern begannen am frühen Dienstagmorgen Razzien gegen den salafistischen Verein, der unter anderem wegen seiner umstrittenen Gratis-Koran-Verteilaktionen "Lies" bekannt ist.
9 Bilder
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten rund 200 Ziele, wie eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte.
Es bestehe der Verdacht, dass der Verein "Hassbotschaften" verbreite und verfassungsfeindlich agiere, hiess es weiter.
Grossrazzien in Deutschland gegen salafistische Gruppierung (15. November 2016)
Polizeibeamte in Berlin konfiszieren mögliches Beweismaterial.
Ein Kameramann filmt bei einer Lagerhalle im nordrhein-westfälischen Pulheim, in der Exemplare des umstrittenen Gratis-Korans lagern.
Auch in der Grossstadt Bonn führte die Polizei Razzien durch. Ein Polizist bringt dort sichergestelltes Beweisgut weg.
Auch in der Grossstadt Bonn führte die Polizei Razzien durch. Ein Polizist bringt dort sichergestelltes Beweisgut weg.
Informierte an einer Medienkonferenz über die Polizeieinsätze und das neue Verbot: der deutsche Innenminister Thomas de Maizière.

In zehn Bundesländern begannen am frühen Dienstagmorgen Razzien gegen den salafistischen Verein, der unter anderem wegen seiner umstrittenen Gratis-Koran-Verteilaktionen "Lies" bekannt ist.

EPA

Die Strafverfahren in der Schweiz richteten sich gegen Personen, die mit dem "Lies"-Projekt in Verbindung stehen oder standen, erklärte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage. In diesem Zusammenhang führe die BA aber keine Strafverfahren gegen juristische Personen wie etwa Vereine oder Stiftungen, präzisierte BA-Infochef André Marty.

Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes seien nicht zuständig für das Verbot von Organisationen oder Vereinen. Dazu fehlten die rechtlichen Grundlagen, hiess es weiter. Dies hindere sie aber nicht daran, bei Bedarf aktiv zu werden. Die Koran-Verteilaktion "Lies!" ist als Verein organisiert und rechtlich schwer zu belangen.