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Nach Anschlag: Polizei jagt Attentäter — Razzia in Strassburger Viertel Neudorf

Nach dem schweren Terroranschlag in Strassburg macht die Polizei in Frankreich und Deutschland Jagd auf den Attentäter. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.
Bewohner von Strassburg haben sich am Sonntag im Stadtzentrum versammelt um den Opfern zu gedenken. Am Sonntag erlag ein fünftes Opfer des Attentats seinen Verletzungen im Spital. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias, Strassburg, 16. Dezember 2018))
Strassburger Bürger am Kleber Platz in der Nähe des Weihnachtsmarkts. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias, Strassburg, 16. Dezember 2018))
Innehalten für die Opfer des Anschlags. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias, Strassburg, 16. Dezember 2018))
Der französische Präsident Emmanuel Macron legt eine Rose nieder bei der Gedenkfeier der Opfer in Strassburg. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias, Pool, 14. Dezember 2018)
Menschen legen Blumen und Kerzen nieder in Strassburg. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias, Pool, 14. Dezember 2018)
Der französische Präsident Emmanuel Macron am Weihnachtsmarkt. (Bild: EPA/Jean-Francois Badias, Pool, 14. Dezember 2018)
Polizisten führten in Strassburg Razzien durch. In diesem Bezirk wurde die Strasse gesperrt. Am Donnerstagabend wurde der mutmassliche Täter erschossen. (AP Photo/Jean-Francois Badias)
Die Polizei bei Razzien in der Nachbarschaft Neudorf in Strassburg. (Bild: EPA/RONALD WITTEK)
Polizisten sperren Strassen im Meinau Bezirk in Strassburg am Donnerstagabend. (Bild: AP Photo/Jean-Francois Badias)
Französische Polizisten unterwegs in Strassburg am Donnerstagabend. (Bild: AP Photo/Christophe Ena)
Viele Menschen sind zusammengekommen und haben Kerzen zum Gedenken aufgestellt. (Bild: AP/Christoph Ena)
Menschen trauern um die Verstorbenen. (Bild:EPA/RONALD WITTEK)
Blumen und Kerzen am Ort, wo eine Person getötet wurde. (Bild:EPA/RONALD WITTEK)
Einsatzkräfte sind in der gesamten Stadt präsent. (Bild: AP/Christoph Ena)
620 Einsatzkräfte sind momentan in Strassburg unterwegs. (Bild: EPA/Patrick Seeger)
Der Strassburger Weihnachtsmarkt bleibt am Tag nach dem Anschlag geschlossen. (Bild: EPA/Patrick Seeger)
Polizisten kontrollieren die Autos am Grenzübergang zwischen Deutschland und Frankreich. (Bild: dpa/Christoph Schmidt)
Der Schütze soll ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln sein. (Bild: EPA/Patrick Seeger)
Die Stadt ist im Ausnahmezustand. (Bild: EPA/Patrick Seeger)
Das Stadtzentrum von Strassburg wurde nach der Schiesserei abgeriegelt. (AP Photo/Jean-Francois Badias)
Polizisten stehen Wache nahe des Weihnachtsmarktes am Dienstagabend, nachdem ein Mann auf mehrere Menschen geschossen hat. (EPA/Patrick Seeger)
Rettungskräfte patroullieren nach der Schiesserie im Stadtzentrum und haben ihre mobilen Notfall-Stationen aufgebaut. (AP Photo/Jean-Francois Badias)
Frankreichs Innenminister Christophe Castaner (Mitte) hält eine Pressekonferenz un informiert über den aktuellen Wissensstand am Dienstagabend. Frankreichs Regierung hat die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausgerufen. (AP Photo/Jean-Francois Badias)
Der Strassburger Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten und grössten in Europa. (Bild: AP Photo)
Soldaten sichern die Strasse in Strassburg. (Bild: AP Photo)
Auch zahlreiche Polizisten..... (Bild: EPA/PATRICK SEEGER)
...und Krankenwagen waren im Einsatz. (Bild: EPA/PATRICK SEEGER)
Täglich sind rund 300 Polizisten und 160 private Wachleute auf dem Weihnachtsmarkt im Einsatz.
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Attentat bei Strassburger Weihnachtsmarkt

Zwei Tage nach dem Anschlag auf den Strassburger Weihnachtsmarkt haben Anti-Terror-Kräfte der französischen Polizei eine Razzia in einem Wohnviertel der elsässischen Metropole gestartet. Die Spezialeinheit Raid durchkämmte am Donnerstag das Viertel Neudorf südöstlich des Stadtzentrums.

In Neudorf hatte sich die Spur des mutmasslichen Attentäters Cherif Chekatt am Dienstagabend verloren. Schwer bewaffnete Beamte rückten demnach mit Automatikwaffen im Anschlag in mehrere Häuser vor. Mehrere Strassen waren mit Polizeifahrzeugen abgesperrt.

Mit dem Einsatz sollten Zweifel über den Verbleib Chekatts zerstreut werden, wie der französische Innenminister Christophe Castaner sagte.

Mit Taxi geflohen

Der polizeibekannte Gefährder Chérif Chekatt war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schliesslich spurlos verschwunden. «Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen», sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz. Zeugen hätten den Angreifer «Allahu Akbar» (Allah ist gross) rufen hören.

Der Täter entkam mit einem Taxi, liess sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten chauffieren und stieg dann aus, berichtete Heitz. Mit einem Grossaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen - ohne Erfolg. Chérif Chekatt blieb auch am Mittwoch verschwunden.

Chekatt hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Strassburger Innenstadt eröffnet. Zwei Menschen wurden getötet, ein Opfer sei hirntot, zwölf weitere Menschen wurden verletzt, sagte Heitz.

«Bitte nicht selbst eingreifen»

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch die Schweizer Bundespolizei verbreitete am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heisst es: «Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen». Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter gross, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn. Der mehrfach vorbestrafte Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Strassburger mit nordafrikanischen Wurzeln sass in Deutschland und wegen Raub- und Einbruchsdelikten auch in Basel in Haft.

Das französische Innenministerium schloss nicht aus, dass der Täter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Gesucht werde auch der Bruder des Attentäters. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

Anruf aus Deutschland

RBB-Inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Chekatt sei unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden. Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

Unklar ist, ob der Angreifer sich noch in der Elsass-Metropole aufhält. Daher bleibt auch der Weihnachtsmarkt am Donnerstag noch geschlossen. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Strassburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle - soweit wie möglich - wieder anlaufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Die französische Regierung verstärkt ausserdem die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz - rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschliessen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm. (sda)

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