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Noch gibt es Hoffnung in Simbabwe

Auslandkorrespondent Wolfgang Drechsler zur Lage in Simbabwe nach der Machtübernahme durch das Militär.
Wolfgang Drechsler, Kapstadt
Wolfgang Drechsler. (Bild: PD)

Wolfgang Drechsler. (Bild: PD)

37 Jahre lang hat Robert Gabriel Mugabe Simbabwe mit eiserner Faust regiert. Dabei hat er stets nach eigenem Gutdünken geschaltet und gewaltet. Allein die schiere Länge seiner Herrschaft war am Ende verantwortlich dafür, dass den 93-Jährigen in seiner Heimat zuletzt ein Mythos der Unbezwingbarkeit umgab. Doch die weithin gehegte Erwartung, Mugabe werde wohl im Amt sterben, hat sich als Trugschluss erwiesen: Das eigene Militär hat seiner Macht­arroganz nun ein Ende bereitet und dafür gesorgt, dass der Despot keine Dynastie errichten konnte, sondern nun wohl mit seiner Familie ins Exil gehen muss.

Robert Mugabes Präsidentschaft hat ein chaotisches Ende gefunden. Mit dem Auseinanderfallen seiner einst felsenfesten Partei könnte es auch zu einem Zusammenbruch von Recht und Ordnung kommen. Dies muss allerdings nicht passieren. Vor dem Hintergrund der Leiden, die Simbabwe unter Mugabe ertragen musste – vom wirtschaftlichen Verfall über die Korruption bis zu den schweren Menschenrechtsverstössen –, grenzt es an ein Wunder, dass die frühere britische Kolonie noch nicht kollabiert ist. Noch gibt es Hoffnung: Das Land hat arbeitsame Menschen, eine für afrikanische Verhältnisse passable Infrastruktur und eine grosse Diaspora im Ausland.

Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, erstaunt es, dass weder regionale noch kontinentale Institutionen früher eingegriffen haben. ­Wieder einmal haben sich Afrikas Potentaten statt­dessen im Schulterschluss mit einem brutalen Gebieter geübt. Simbabwes Menschen werden deshalb selbst entscheiden müssen, wie es nach all den verlorenen Jahren weitergehen soll. Doch nach seinem langen Leidensweg verdient dieses geschundene Land, dass sowohl der Westen als auch Afrika ihm zur Seite stehen und beim Neuaufbau ihren Anteil leisten.

Wolfgang Drechsler, Kapstadt

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