Neuseeland
"Normaler weisser Mann" mit mörderischem Hass auf Muslime – wer ist Brenton Tarrent?

Er beschreibt sich selbst als "normalen weissen Mann". Und tatsächlich scheint der Australier Brenton Tarrant ein durchschnittliches Leben geführt zu haben - bis er zu längeren Reisen nach Europa und Asien aufbrach und als Rechtsextremer voller Hass auf Muslime zurückkehrte.

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Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.
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Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.
Trauernde vor einem Spital in Christchurch.
Eine Frau, die beim Attentat ihren Ehemann verlor, ist fassungslos.
Blumenmeer von Trauernden in Christchurch.
Diese Nachricht wurde vor dem Spital in Christchurch niedergelegt.
«Das ist nicht Neuseeland»: Vor der Al Noor Masjid Moschee in Christchurch haben Trauernde Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.
Am Tag nach dem Attentat ist Tarrant vor Gericht erschienen.
Blumenmeer für die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Forensiker vor der Al Noor Masjid-Moschee in Christchurch.
Vorbild für Brenton Tarrant: Der norwegische Massenörder Anders Breivik.
Ebenso Vorbild für Brenton Tarrant: Radovan Karadzic, serbischer Kriegsverbrecher.
Die Masjid Al Noor Mosque-Moschee in Christchurch.
Sicherheitskräfte riegelten nach der Tat die komplette Innenstadt von Christchurch ab,
Neuseeländische Medien berichteten von Dutzenden Toten und Verletzten: Um 9.30 Uhr lag die Zahl der Todesopfer bei 49.
Rechter Terror in Neuseeland: Ein Mann weint, als er die Schreckensnachricht am Telefon erzählt.
Die Sicherheitskräfte gaben bekannt, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien.
Es handele sich um drei Männer und eine Frau.
Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von einem der Täter stammen.
Dies ist ein weiterer Screenshot aus dem Video.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Die sozialdemokratische Politikerin sprach von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes.
Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigt, dass einer der Täter ein Australier ist. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden, sagte Morrison er.
Zeugen eines Anschlags werden von der Polizei eskortiert.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.

Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.

KEYSTONE/EPA SNPA POOL/MARTIN HUNTER / POOL

Dieser mörderische Hass entlud sich nun im neuseeländischen Christchurch: Bei Angriffen auf zwei Moscheen während des Freitagsgebets erschoss Tarrant 49 Menschen.

Kurz vor dem Anschlag veröffentlichte der 28-Jährige im Internet ein 74-seitiges "Manifest", in dem er die Motive für seine Tat darlegt. Die teilweise wirren und weitschweifigen Ausführungen zeigen, wie sehr die Verschwörungstheorien der rechtsextremen Bewegungen inzwischen um sich greifen.

Tarrant beschreibt sich in dem Dokument als "faschistisch" und "rassistisch". Während seines ersten Auftritts vor Gericht am Samstag machte er die typische Geste der rechtsextremen "White-Power"-Bewegung.

Unauffällige Vergangenheit

Vor seiner Bluttat war Tarrant den Behörden offenbar nicht aufgefallen. Er selbst berichtet, er sei er als Arbeiterkind im kleinen australischen Ort Grafton im Osten des australischen Bundesstaats New South Wales aufgewachsen.

Seine Kindheit und Jugend sei "normal" verlaufen, "ohne Probleme". Nur knapp schaffte er demnach den Oberschulabschluss. Tarrant liess sich zum Fitnesstrainer ausbilden und begann 2009 einen Job in einem örtlichen Fitness-Center.

Medienberichten zufolge starb Tarrants Vater 2010 an Krebs. Seine Mutter und eine Schwester sollen hingegen bis heute in Grafton leben.

Durch Reisen ins Ausland verändert

Die Besitzerin des Fitness-Centers, Tracey Gray, beschreibt Tarrant als hart arbeitenden Angestellten. Nach seinen Reisen, die ihn offenbar bis nach Pakistan und Nordkorea führten, sei er ein anderer Mensch gewesen.

"Während der vielen Jahre, die er im Ausland verbrachte, muss sich etwas in ihm verändert haben", sagte Gray dem australischen Radiosender ABC. "Irgendetwas muss ihn nicht mehr losgelassen haben, Erlebnisse vielleicht, oder eine Gruppe".

Tarrant schreibt in seinem Manifest, ihm sei zum ersten Mal im April oder Mai 2017 während seiner Reisen durch Westeuropa die Idee gekommen, einen Anschlag zu verüben. Er beschreibt seinen "Schock" über die angebliche "Invasion" der französischen Städte durch Einwanderer und seine "Verzweiflung" über die Niederlage von Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich.

2011 kündigte Tarrant seinen Job als Fitnesstrainer. Das Geld für seine Reisen stammte nach seinen Angaben aus "Investitionen" in BitConnect, ein Unternehmen, das ein betrügerisches Pyramidensystem mit Kryptowährung unterhielt, bis es Anfang 2018 in sich zusammenbrach.

Breivik als Inspiration

Auf seinen Tatwaffen, die Tarrant legal erworben hatte, hatte er die Namen von historischen Militärs geschrieben, die an der Tötung von Muslimen beteiligt waren. In seinem Manifest erwähnt er zudem Namen von bekannten Rechtsextremen und Faschisten, wie etwa den Norweger Anders Behring Breivik, den er als Inspiration für seine Tat nennt.

Ob und mit welchen rechtsextremen Vertretern der 28-Jährige während seiner Reisen möglicherweise Kontakt hatte, ist noch unklar. Die türkischen Behörden wollen nun seine zahlreichen Aufenthalte in der Türkei näher untersuchen.

Auch Bulgarien kündigte Ermittlungen an, dort soll sich Tarrant im vergangenen November aufgehalten haben. Damals soll er auch Rumänien und Ungarn besucht haben, zwei Jahre zuvor war er offenbar in den Balkanländern Serbien, Kroatien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.