Morandi-Brücke in Genua

Nun sind es 42 Todesopfer ++ noch immer Autos in Trümmern ++ Brücken-Betreiber droht Millionen-Busse

Nach dem Brückeneinsturz von Genua werden noch viele Menschen vermisst. Die Staatsanwaltschaft gab die vorläufige Zahl der Toten mit 42 an, während die Präfektur von 39 sprach. Die Schuldzuweisungen gehen derweil weiter.

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Die Morandi-Brücke in Genua Während eines schweren Unwetters am 14. August ist die 40 Meter hohe Brücke, auch Polcevera-Viadukt genannt, auf einem etwa 200 Meter langen Stück eingestürzt.
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Etwa 35 Autos und drei Lastwagen stürzten etwa 45 Meter in die Tiefe und wurden teils unter Betontrümmern begraben.
Ein Lastwagen kam kurz vor dem Abgrund zu stehen. Der Chauffeur erlitt einen Schock.
Die Brücke aus der Vogelperspektive: Zum Zeitpunkt der Tragödie waren laut Betreibergesellschaft Bauarbeiten im Gange.
Unter den Opfern sind mindestens drei Minderjährige im Alter von 8, 12 und 13 Jahren.
Bergungsarbeiten.
Ein eindrückliches Bild aus der Vogelperspektive: Ein grosser Teil der Brücke fehlt.
Dieser Lastwagen konnte gerade noch rechtzeitig bremsen.
Retter in den Trümmern: Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua suchen Feuerwehrleute nach Überlebenden.
Die Brücke stürzte auf rund 200 Meten ein.
Autos stecken in den Trümmern.
Weitere Bilder vom Unglücksort.
Autobahnbrücke in Genua eingestürzt
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Diese Brücke ist eingestürzt.
Diese Brücke ist eingestürzt.
Dieser Lastwagen steht am Abgrund.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.
Die eingestürzte Morandi-Brücke.

Die Morandi-Brücke in Genua Während eines schweren Unwetters am 14. August ist die 40 Meter hohe Brücke, auch Polcevera-Viadukt genannt, auf einem etwa 200 Meter langen Stück eingestürzt.

Keystone

Unter den Opfern sind mindestens drei Minderjährige im Alter von 8, 12 und 13 Jahren. 16 Menschen seien verletzt, der Zustand von 12 Menschen sei kritisch, teilte die Präfektur mit. Unter den Toten sind auch vier Franzosen, zwei Rumänien und drei Chilenen.

Laut der Stadtverwaltung von Genua sind unter den Opfern keine Schweizer. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch mit. Im Namen der Schweiz habe Bundespräsident Alain Berset den Familien und Freunden der Opfer sein Beileid ausgesprochen. Und der Vorsteher des EDA, Bundesrat Ignazio Cassis, habe Italiens Aussenminister Enzo Moavero Milanesi ein Kondolenzschreiben übermittelt.

Auch Papst Franziskus drückte den Opfern und deren Angehörigen sein Mitgefühl aus. In seiner Predigt zu Mariä Himmelfahrt sprach er vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom von einer "Tragödie".

Opferzahlen dürften weiter steigen

Es werde erwartet, dass die Opferzahlen weiter steigen, sagte Regionalpräsident Giovanni Toti laut der Nachrichtenagentur Ansa nach einem Besuch von Verletzten in einem Spital zusammen mit Regierungschef Giuseppe Conte. Für den Grossteil der Verletzten gebe es gute Heilungschancen. Es gebe aber unter der Brücke noch immer zahlreiche Vermisste.

Hunderte Feuerwehrleute durchkämmten auch am Mittwoch mit Hilfe von Spürhunden und Baggern die Trümmer der Brücke. Hatte am Dienstag Regen die Bergungsarbeiten erschwert, waren es danach die Dunkelheit und schliesslich am Mittwoch die brennende Sonne.

Noch immer sind Autos in den gewaltigen Trümmern zu sehen. "Seit gestern sind verschiedene Fahrzeuge gefunden worden und es gibt noch immer Fahrzeuge, die (...) zu sehen sind", sagte Federica Bornelli vom Roten Kreuz am Mittwoch.

Auf die Frage, ob es noch Hoffnung auf Überlebende gebe, sagte Bornelli in Genua vor Journalisten, dass zurzeit gearbeitet werde, um alles möglich zu machen, was noch möglich ist. "Der Einsatz hat sich nicht verlangsamt."

Doch die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig: Ein einziges Auto zu bergen habe am Morgen vier bis fünf Stunden gedauert. An jeder Stelle müsse das Sicherheitsrisiko für die Einsatzkräfte neu bewertet, erst dann könne gearbeitet werden. "Die Arbeit ist in mentaler und physischer Hinsicht sehr anstrengend."

Die rund 400 aus den umliegenden Häusern in Sicherheit gebrachten Anwohner durften wegen der Einsturzgefahr der restlichen Brückenteile zunächst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren.

Betreiber zur Rechenschaft ziehen

Die italienische Regierung macht den Autobahn-Betreiber Autostrade per l'Italia für den Brückeneinsturz verantwortlich und will ihm die Lizenz entziehen. Das Unternehmen habe Milliarden Euro von Maut eingenommen, das Geld aber nicht wie vorgesehen eingesetzt, kritisierte Innenminister Matteo Salvini am Mittwoch.

Gegen Autostrade per l'Italia seien Schritte eingeleitet worden, um die Lizenz für die Strasse zu entziehen und eine Strafe von bis zu 150 Millionen Euro zu verhängen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli. Er forderte das Management zum Rücktritt auf.

Vize-Ministerpräsident Luigi di Maio, Chef der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung, machte die Firma für das Unglück verantwortlich: "Die Verantwortlichen haben einen Namen und einen Vornamen und es sind Autostrade per l'Italia", sagte er im italienischen Radio. Die Brücke sei eingestürzt, weil die Wartung nicht erfolgt sei. "Es war kein Schicksal, es war menschliches Versagen", sagte auch der Staatsanwalt von Genua, Francesco Cozzi.

Die Firma Autostrade per l'Italia wies den Vorwurf der Pflichtvergessenheit zurück. Der aus den 60er Jahren stammende Viadukt sei gemäss den gesetzlichen Vorgaben alle drei Monate kontrolliert worden, erklärte das Unternehmen.

In die Tiefe gestürzt

Während eines schweren Unwetters war am Dienstagmittag der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 200 Meter langen Stück eingestürzt. Etwa 35 Autos und drei Lastwagen stürzten etwa 45 Meter in die Tiefe und wurden teils unter Betontrümmern begraben.

Video zeigt, wie die Brücke einstürzt:

Zum Zeitpunkt der Tragödie waren laut Betreibergesellschaft Bauarbeiten im Gange. Mehrmals gab es Diskussionen um eine Alternative für die Brücke, an der ständig gearbeitet werden musste.

Die Infrastruktur in Italien ist vielerorts dramatisch veraltet. Die Katastrophe an der "kranken Brücke", wie "Corriere della Sera" sie nennt, lässt nach mehreren weniger dramatischen Einstürzen in den vergangenen Jahren nun die Alarmglocken umso lauter schrillen. Laut der Tageszeitung "La Repubblica" sind um die 300 Brücken und Tunnel marode.

Auf Twitter kursierten weitere Bilder vom Unglück: