Zugunglück in Spanien
Opferzahl steigt nach Zugunglück auf 79 - Lokführer hinter Gittern

Vier Tage nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien ist die Zahl der Todesopfer auf 79 gestiegen. Ein weiteres Opfer erlag am Sonntag den schweren Verletzungen. Unterdessen wurde der Lokführer einem Richter vorgeführt.

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Der Zug ist vollkommen zerstört
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Der Lokführer auf dem Weg zum Richter
Trauer in Spanien
Trauer in Spanien nach schwerem Zugunglück
aufräumarbeiten nach dem schweren Zugunglück

Der Zug ist vollkommen zerstört

Keystone

Der 52-jährige Francisco José Garzón, der den Unglückszug am Mittwochabend kurz vor dem Pilgerort Santiago de Compostela mit viel zu hoher Geschwindigkeit gelenkt hatte, steht im Zentrum der Ermittlungen.

Die Behörden befürchteten, dass die Zahl der Todesopfer in den nächsten Tagen weiter steigen könnte.

Grosse Trauer in Spanien nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela010
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Aufräumungsarbeiten nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela.
Grosse Trauer in Spanien nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela.
Grosse Trauer in Spanien nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela005
Schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela: Was von den Zugwagons übrigblieb.
Eine Überwachungskamera hielt fest, was genau passiert ist. Der Zug fliegt aus den Gleisen und rast mit voller Geschwindigkeit iin eine Mauer.
69 Menschen starben beim Zugsunglück in Santiago de Compostela. Der Zug sprang aus den Gleisen.
Der entgleiste Personenzug: 70 Personen kamen ums Leben.
Den Rettern bot siche in Bild des Schreckens auf der Unfallstelle.
Grosse Trauer in Spanien nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela. Auch Ministerpräsident Mariano Rojoy ist vor Ort.
Die Ursache des Zugunglücks ist noch unklar
Es ist das erste schwere Zugsunglück eines Hochgeschwindigkeitszuges in Spanien.
Der entgleiste Personenzug
Die Ursache des Zugunglücks ist noch unklar

Grosse Trauer in Spanien nach schwerem Zugsunglück in der Nhähe von Santiago de Compostela010

Keystone

Amtlichen Angaben zufolge wurden am Sonntag noch 70 der 178 Verletzten in Spitälern von Santiago behandelt. 22 Menschen seien noch in kritischem Zustand.

Die offizielle Trauerfeier für die 79 Todesopfer des Unglücks soll am Montag um 19 Uhr (MESZ) in der Kathedrale von Santiago stattfinden. Erste Todesopfer wurden am Samstag beigesetzt.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Der der fahrlässigen Tötung beschuldigte Lokführer wurde am Sonntag in die Zelle einer Polizeiwache gebracht und sollte vernommen werden. Am Samstag hatte der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn bekanntgegeben.

Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr Garzón beim Zugunglück wenige Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof von Santiago in einer Tempo-80-Zone aus noch unbekannten Gründen mit 190 Kilometern pro Stunde.

Garzón war bereits Donnerstagabend am Spitalbett festgenommen worden. Am Freitag verweigerte er laut Medienberichten die Aussage. Auch das Angebot psychologischer Betreuung habe er zurückgewiesen.

Einem Bericht der Zeitung "El Mundo" zufolge soll Garzón kurz nach dem Unglück gesagt haben: "Ich habe es vermasselt, ich möchte sterben." Laut Medien hat der Lokführer auch im Gespräch mit Vorgesetzten eingeräumt, viel zu schnell gefahren zu sein.

"Rationale Hinweise"

"Es gibt rationale Hinweise dafür, dass er eventuell Verantwortung für diese Ereignisse trägt", sagte der Innenminister über den Lokführer. Das eingeleitete Verfahren gegen Garzón ist eine Art Voranklage.

An der Seite ihres Kollegen Fernández Díaz wies Verkehrsministerin Ana Pastor Vorwürfe von Gewerkschaften, Medien und Kollegen des Lokführers zurück, die Sicherheitssysteme an der engen Unglückskurve seien unzureichend. Das System erfülle alle spanischen und europäischen Vorschriften. "Auch die Arbeiter müssen sich an die Vorschriften halten", sagte sie.

Minister belastet Garzón

Der beim Unfall am Kopf verletzte Garzón wurde auch vom Präsidenten der Eisenbahninfrastruktur-Behörde Adif, Gonzalo Ferre, belastet. Der Eisenbahner hätte den Bremsvorgang gemäss den Sicherheitsvorschriften schon vier Kilometer vor der Unfallstelle beginnen müssen, sagte Ferre. Er betonte, alle Sicherheitssysteme hätten funktioniert.

Warum der Zug viel zu schnell in die Kurve vier Kilometer vor dem Bahnhof des Wallfahrtsortes einfuhr, blieb jedoch vorerst unklar. Die Lokführer-Gewerkschaft Semaf nahm den Lokführer in Schutz und erklärte, das Sicherheitssystem kurz vor Santiago beim Übergang von der Hochgeschwindigkeits- auf die Normalstrecke sei ungeeignet.