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Pakistan schiesst indischen Militärjet ab

Die jüngste Verschärfung in dem jahrzehntealten Konflikt um Kaschmir schürt die Angst vor einem neuen Krieg der Atommächte Indien und Pakistan. Deren Spitzenpolitiker geben sich nun deeskalierend.
Ulrike Putz, Singapur
Das Wrack des abgeschossenen, indischen Militärjets. (Bild: Mukhtar Khan / AP, Kaschmir, 27. Februar 2019)

Das Wrack des abgeschossenen, indischen Militärjets. (Bild: Mukhtar Khan / AP, Kaschmir, 27. Februar 2019)

Pakistanische und indische Kampfjets haben sich gestern Morgen am Himmel über Kaschmir einen heftigen Luftkampf geliefert. Dabei haben pakistanische Flieger mindestens einen indischen Kampfjet des Typs MiG-21 abgeschossen und den Piloten gefangen genommen, wie das indische Aussenministerium bestätigte. Der Zwischenfall ereignete sich einen Tag nachdem indische Kampfflugzeuge zum ersten Mal seit 50 Jahren Ziele auf der pakistanischen Seite der Demarkationslinie in Kaschmir angegriffen hatten.

Der Abschuss der indischen Maschine verschärft die angespannte Lage zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn, die sich seit Wochen einen verbalen Schlagabtausch liefern und bereits mehrfach – zuletzt 1999 – einen Krieg um das von beiden beanspruchte Kaschmir geführt haben. Die Lage ist zusätzlich explosiv, weil sowohl Pakistan als auch Indien über Atomwaffenarsenale verfügen. Der pakistanische Premierminister Imran Khan mahnte, angesichts der Waffen, die beide Seiten hätten, dürfte sich jetzt niemand eine Fehlkalkulation leisten.

Die jüngste Auseinandersetzung nahm ihren Lauf, als pakistanische Flugzeuge im indischen Teil des Hochtals angriffen, so Neu-Delhi. Als indische Abfangjäger die Attacke vereiteln wollten, hätten die Pakistaner einen der Jets abgeschossen, der dann auf pakistanischem Gebiet abgestürzt sei. Indien habe daraufhin einen pakistanischen Flieger abgeschossen, der ebenfalls auf der pakistanischen Seite der De-facto-Grenze niedergegangen sei. Pakistan dementierte, dass es eine Maschine verloren habe, sprach aber davon, sogar zwei indische Flugzeuge zu Fall gebracht zu haben. Indien forderte, dass der gefangen genommene Pilot umgehend freigelassen werden müsse.

Die Spannungen zwischen den verfeindeten Nachbarn hatten in den vergangenen zwei Wochen stark zugenommen. Indien bezichtigt Pakistan, der Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed (JeM) Schutz und Hilfe zu gewähren. Diese hatte bei einem Selbstmordanschlag am 14. Februar im indischen Teil Kaschmirs 40 indische Sicherheitskräfte getötet. Der indische Luftangriff am Dienstag soll einem Trainingslager von JeM in Pakistan gegolten haben, laut Angaben Neu-Delhis wurden dabei bis zu 300 Terroristen getötet.

Khan bietet Dialog an

Premier Khan bot Indien gestern in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache klärende Gespräche an. Islamabad wolle keinen Krieg, der schnell ausser Kontrolle geraten könne, sagte Kahn. Der Angriff sei nur ein Signal an Neu-Delhi gewesen, dass Pakistan Gleiches mit Gleichem vergelten werde. Sollte Indien über Terrorismus sprechen wollen, sei Pakistan dazu bereit. «Wir sollten uns hinsetzen und reden.» Auch Indiens Aussenministerin, Sushma Swaraj, sagte, dass Indien keine weitere Eskalation riskieren wolle.

Indische sowie pakistanische Medien überschlugen sich gestern mit patriotischer Berichterstattung, wobei auf beiden Seiten zu Zurückhaltung gemahnt wurde. In beiden Ländern sprachen sich zahlreiche Zivilisten auf sozialen Medien für eine friedliche Lösung des Konflikts aus, wobei Bürger ihre Wortmeldungen mit dem Schlagwort #SayNoToWar markierten.

Alle kommerziellen Flüge in Pakistan und Nordindien wurden im Zuge der Spannungen eingestellt. Flugradarbilder zeigten den verlassenen Luftraum über beiden Ländern. Auch internationale Langstreckenflüge umflogen die Region weiträumig.

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