Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Paradise Papers: Transparenz ist nötig

Brüssel-Korrespondent Remo Hess über die Paradise Papers.
Remo Hess, Brüssel
Remo Hess, Brüssel-Korrespondent der Luzerner Zeitung. (Bild: pd)

Remo Hess, Brüssel-Korrespondent der Luzerner Zeitung. (Bild: pd)

Lux Leaks, Panama ­Papers, Paradise Papers:­­ Es leckt aus allen Ritzen. Im Steuerzirkus sind «wir» die Dummen – Normalsterbliche, Lohnarbeiter, Selbstständige. Steuervermeidung ist ein Sport, den sich nur die Reichen leisten können. So mancher, der die Enthüllungen über Offshore-Praktiken liest, wird deshalb vorübergehend zum Sozialisten. Sogar der Rockstar und Weltverbesserer Bono soll sich Steuertricks bedient haben.

Doch wer sich pauschal empört, macht es sich zu einfach. Offshore-Konstrukte sind bekanntlich nicht illegal, in einer globalisierten Wirtschaft mit entwurzelten Unternehmen sogar notwendig. Ausserdem ist es ein Urgesetz des Kapitalismus, dass Kreativität und Innovation belohnt werden – auch in Steuersachen. Wer sich Mühe gibt, handelt rational – das weiss jeder, der schon mal eine Steuererklärung ausgefüllt hat. Trotzdem: Eine Marktwirtschaft, in der man sich mit windigen Konstrukten den Pflichten gegenüber der Allgemeinheit entledigen kann, ist nicht sehr sozial.

Wenn die Politik eine Spaltung der Gesellschaft in «die da oben» und «wir hier unten» verhindern will, muss sie diese Probleme glaubhaft angehen. Die zahlreichen Initiativen auf EU- und OECD-Ebene sind daher richtig. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie stets etwas zu spät kommen. Der frühere deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble verglich den Kampf gegen Steuerflucht mit einer Hydra, der sofort zwei neue Köpfe nachwachsen, sobald man einen abgeschlagen hätte. Enthüllungen wie die «Paradise Papers» können den nötigen Druck schaffen, Transparenz aufbauen und helfen, wo es nötig ist, Gesetze anzupassen.

Remo Hess, Brüssel

nachrichten@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.