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PARADISE PAPERS: Trumps Handelsminister im Zwielicht

US-Minister Wilbur Ross wehrt sich gegen Vorwürfe, dubiose Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Doch Ross’ Investitionen sind politisch heikel. Zu seinen russischen Geschäftspartnern zählt auch der Schwiegersohn Wladimir Putins.
Renzo Ruf, Washington
US-Handelsminister Wilbur Ross spricht vor dem Verband der britischen Industrie. (Bild: Jason Alden/Getty (London, 6. November 2017))

US-Handelsminister Wilbur Ross spricht vor dem Verband der britischen Industrie. (Bild: Jason Alden/Getty (London, 6. November 2017))

Renzo Ruf, Washington

Wilbur Ross ist ein eitler Mann. Als ihm das Wirtschaftsmagazin «Forbes» kürzlich ausrichtete, er sei in diesem Jahr nicht mehr auf der Liste der 400 reichsten Amerikaner vertreten – weil der 79-Jährige nach eigenen Angaben 2 Milliarden Dollar seines Vermögens in einen Familientrust transferiert hatte –, sagte Ross angeblich: «Mir ist es egal, ob ich auf der Liste bin oder nicht.» Das Wirtschaftsmagazin müsse aber den Leserinnen und Lesern erklären, warum sein Name plötzlich auf der Zusammenstellung fehle, so der US-Handelsminister. Denn er wolle nicht den Eindruck erwecken, «dass ich Geld verloren habe, wenn es nicht der Wahrheit entspricht».

Geld ist schon lange der grösste Antrieb in der Karriere des Wilbur Louis Ross Junior. Vor seinem Einstieg in die Politik machte er sich als Raider einen Namen, mit Investitionen in Stahlhütten, Kohleminen und Spinnereien, in den USA, in China, Mexiko, Zypern, Vietnam oder Russland. Er verdiente Milliarden, ohne dass sich die Öffentlichkeit gross für sein Geschäftsgebaren interessierte. Dies änderte sich vor ziemlich genau einem Jahr, als sein alter Geschäftspartner Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewann – und Ross in der Folge, im Schnellzugtempo, auf den Posten des Handelsministers gehievt wurde. Seither steht Ross im Scheinwerferlicht, als wohl reichster Minister im Kabinett Trump.

Wilbur Ross sieht kein Fehlverhalten seinerseits

Dass sein Name nun auch in den «Paradise Papers» auftaucht, ist deshalb nicht weiter erstaunlich. Demnach soll Wilbur Ross in direkten Geschäftsbeziehungen mit dubiosen russischen Geschäftsmännern stehen, die im engen Kontakt zum Kreml stehen. Über ein Netz von Briefkastenfirmen profitiere Ross noch immer davon, dass die Reederei Navigator Holdings seit 2012 einen Vertrag mit dem russischen Energieunternehmen Sibur besitze, lautet der zentrale Vorwurf, der am Wochenende von der «New York Times» erhoben wurde. Im Januar 2012 übernahm Kirill Schamalow – der Schwiegersohn des russischen Präsidenten Wladimir Putin – das Amt als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand von Sibur. Zu den Besitzern von Sibur gehört der russische Oligarch Gennadi Timtschenko. Timtschenko gehört zu den Co-Gründern des Genfer Rohstoffkonzerns Gunvor, ist jedoch seit mehr als drei Jahren nicht mehr an der Gunvor Group oder ihren Tochtergesellschaften beteiligt. Timtschenkos Name findet sich seit Frühjahr 2014 auf den Sanktionslisten der US-Regierung. Ross sagte gestern, er habe keinen Fehler gemacht und gegen keine Gesetze verstossen. Dass er an Navigator Holdings beteiligt sei, habe er in den Formularen deklariert, die er nach seiner Nomination zum Handelsminister publik machen musste. Tatsächlich taucht die Navigator Holdings Ltd., domiziliert in London, insgesamt vier Mal auf den 57 Seiten auf, die Ross dem Ethikbüro der amerikanischen Regierung abliefern musste, um mögliche Interessenkonflikte zu deklarieren.

Dass in den Papieren keine Rede über die Partnerschaft zwischen der Reederei und dem russischen Energieunternehmen ist, sei kein Versehen, sagte Ross in einem Interview mit dem Wirtschaftssender CNBC. «Ich war verpflichtet, sämtliche Firmen bekanntzugeben, in deren Leitung ich arbeite oder in die ich investiert habe», so Ross. Ausserdem seien gegen Sibor keine Sanktionen verhängt worden, es spreche deshalb nichts gegen die Geschäftsbeziehungen zwischen seiner Reederei und dem russischen Energielieferanten – für die er im Übrigen nicht persönlich verantwortlich sei. Selbst die «New York Times», so Ross, habe darauf hingewiesen, dass er gegen keine Gesetze verstossen habe.

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