PARIS: Die Namen hinter dem Horror von Paris

Nach der Anschlagsserie von Paris mit mindestens 129 Toten ermitteln die Behörden unter Hochdruck. Über die getöteten Selbstmordattentäter und ihre möglichen Komplizen wird nach und nach mehr bekannt. Ein Überblick:

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Polizisten patrouillieren vor dem Eifelturm in Paris. (Bild: AP / Peter Dejong)

Polizisten patrouillieren vor dem Eifelturm in Paris. (Bild: AP / Peter Dejong)

DIE SELBSTMORDATTENTÄTER:

Brahim Abdeslam, 31 Jahre:

Er sprengte sich im Café Comptoir Voltaire am Boulevard Voltaire in die Luft und verletzte dabei einen Menschen schwer. Der Franzose lebte im Brüsseler Problemviertel Molenbeek. Er ist der Mieter eines belgischen schwarzen Seat, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde und im Pariser Vorort Montreuil mit drei Kalaschnikows gefunden wurde.

Brahim Abdeslam und zwei seiner Brüder stehen im Zentrum der Ermittlungen: Mohamed Abdeslam wurde in Belgien in Polizeigewahrsam genommen, aber später wieder auf freien Fuss gesetzt. Nach Salah Abdeslam wird mit einem Fahndungsbild gesucht. Von Brahim Abdeslam gibt es zudem eine Verbindung zum berüchtigten belgischen Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud.

Samy Amimour, 28 Jahre:

Amimour war einer der drei Angreifer auf die Konzerthalle Bataclan, in der 89 Menschen getötet wurden. Gegen den im Pariser Vorort Drancy aufgewachsenen Franzosen wurde 2012 ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet, weil er in den Jemen ausreisen wollte. Er entzog sich im Herbst 2013 einer richterlichen Überwachung und wurde seitdem mit internationalem Haftbefehl gesucht. Nach Angaben seiner Familie reiste er zwischenzeitlich nach Syrien.

Bilal Hadfi, 20 Jahre:

Der junge Mann sprengte sich vor dem Fussballstadion Stade de France in die Luft. Der französische Staatsbürger lebte zuletzt in Belgien. Er soll in der Vergangenheit in Syrien gewesen sein.

Omar Ismail Mostefai, 29 Jahre:

Der 1985 im Pariser Vorort Courcouronnes geborene Mostefai war einer der Angreifer auf das Bataclan. Der Kleinkriminelle mit langem Vorstrafenregister fiel den Sicherheitsbehörden 2010 wegen einer islamistischen Radikalisierung auf. Er wohnte damals in der südwestlich von Paris gelegenen Stadt Chartres und besuchte angeblich in einem Vorort regelmässig eine Moschee. Der Imam der Moschee bestreitet dies aber. Mostefai hielt sich vermutlich zwischen 2013 und 2014 in Syrien auf.

Ahmed al-Mohammed, 25 Jahre:

Hier muss noch letzte Klarheit geschaffen werden: Neben der Leiche eines der Selbstmordattentäters am Stade de France wurde ein syrischer Pass mit diesem Namen gefunden. Die Fingerabdrücke des Attentäters stimmen mit denen eines Mannes überein, der Anfang Oktober mit diesem Pass in Griechenland als Flüchtling registriert wurde. Er stellte dann in Serbien einen Asylantrag, in Kroatien verlor sich seine Spur. Den französischen Geheimdiensten ist der 1990 im syrischen Idlib geborene Mann nicht bekannt. Die Echtheit des Passes muss noch bestätigt werden.

GESUCHT:

Salah Abdeslam, 26 Jahre:

Der Bruder von Brahim und Mohamed Abdeslam ist international zur Fahndung ausgeschrieben und wird als «gefährlich» beschrieben. Der 26-Jährige hatte einen belgischen Volkswagen Polo gemietet, mit dem die Bataclan-Attentäter zu der Konzerthalle fuhren. Laut der belgischen Staatsanwaltschaft lief am Montag in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek ein Einsatz, um Salah Abdeslam zu fassen.

VERBINDUNGEN ZU EINEM BERÜCHTIGTEN DSCHIHADISTEN:

Abdelhamid Abaaoud, 27 Jahre:

Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, soll in Syrien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. Er gilt als Kopf der Gruppe, die im Januar im ostbelgischen Verviers zerschlagen wurde, bevor sie einen Anschlag ausführen konnte. Sein Name taucht Medienberichten zufolge in mehreren Strafverfahren zusammen mit dem Brahim Abdeslams auf. Ermittler bestätigten Verbindungen zwischen den Männern, ohne aber genauere Angaben zu machen.

Präsident François Hollande (mitte) hielt sich mit Premierminister Manuel Valls (rechts) an der Pariser Universität Sorbonne auf, da unter den Opfern viele junge Leute waren. (Bild: EPA / Stephanie de Sakukutin)
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Studenten singen die Nationalhymne. (Bild: EPA / Guillaume Horcajuelo)
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und der französische Botschafter in der Schweiz, René Roudaut, halten in Bern eine Schweigeminute ab. (Bild: Keystone / Lukas Lehmann)
Auch der G20-Gipfel im türkischen Ort Bele unterbrach um 13.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ) seine Sitzung. Die Teilnehmer versammelten sich schweigend neben den Flaggen Frankreichs und der Europäischen Union, die jeweils ein schwarzes Trauerband trugen. (Bild: AP / Anadolu)
City Hall, Paris (Bild: EPa / Christophe Petit Tesson)
Champs Elysées (Bild: AP / Peter Dejong)
Carillon-Restaurant im 10. Pariser Bezirk. (Bild: AP / Frank Augstein)
Carillon-Restaurant im 10. Pariser Bezirk. (Bild: EPA / Etienne Laurent)
Eurostar-Terminal, London (Bild: AP / Anthony Devlin)
Brandenburger-Tor, Berlin (Bild: AP / Michael Sohn)
Lyon (Bild: AP / Jérôme Delay)
Lyon (Bild: AP / Laurent Cipriani)
Trafalgar Square, London (Bild: AP / Philip Toscano-Heighton)
Prinz Albert II mit seiner Frau Charlene (links) in Monaco. (Bild: EPA / Sebastien Nogier)
Luxemburg (Bild: EPA / Jose Sena Goulao)
Der spanische Vize-Präsident Soraya Saez de Santamaria (vierter von links) gedenkt in Madrid den Opfern. (Bild: EPA / Angel Diaz)
Schweigeminute zugunsten der Opfer in Den Haag (Bild: EPA / Jerry Lampen)

Präsident François Hollande (mitte) hielt sich mit Premierminister Manuel Valls (rechts) an der Pariser Universität Sorbonne auf, da unter den Opfern viele junge Leute waren. (Bild: EPA / Stephanie de Sakukutin)

sda/afp/dpa