PARIS: Immer wieder Wut auf «Charlie Hebdo»

Die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo», die am Mittwoch Ziel eines blutigen Angriffs wurde, hat wiederholt mit provokanten Mohammed-Karikaturen für Proteste in muslimischen Ländern gesorgt. Noch die jüngste Ausgabe, die am Tag des Anschlags erschien, hatte auch den Islam zum Thema.

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Für Aufsehen hatte Charlie Hebdo schon vorher gesorgt. So übernahm es die umstrittenen dänischen Karikaturen vom September 2011. (Bild: Keystone)

Für Aufsehen hatte Charlie Hebdo schon vorher gesorgt. So übernahm es die umstrittenen dänischen Karikaturen vom September 2011. (Bild: Keystone)

In seiner neuen Ausgabe macht sich das Wochenblatt über das jüngste Buch «Soumission» («Unterwerfung») des Skandal-Schriftstellers Michel Houellebecq lustig, das für Frankreich das Szenario eines muslimischen Präsidenten im Jahre 2022 entwirft. Die Überschrift der Titelgeschichte: «Die Vorhersagen des Zauberers Houellebecq: 2015 verliere ich meine Zähne ... 2022 befolge ich den Ramadan!»

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass die Zeitung sich satirisch mit dem Islam und dem Propheten beschäftigt. Anfang 2013 widmete «Charlie Hebdo» Mohammed ein ganzes Sonderheft. In dem Comic-Band werden seine ersten 40 Lebensjahre nacherzählt, unter anderem wird Mohammed auf einer Seite nackt dargestellt.

Für Aufsehen hatte das linksgerichtete Blatt schon vorher gesorgt. So übernahm es die umstrittenen dänischen Karikaturen vom September 2011, die Mohammed unter anderem mit einer Bombe als Turban zeigten.

Dies Zeichnungen lösten in zahlreichen muslimischen Ländern wütende Proteste aus. Seither sei die Redaktion ständig bedroht worden, sagte am Mittwoch der Anwalt des Blattes, Richard Malka.

Unter Polizeischutz

Die Redaktionsmitglieder hätten seit Jahren mit dieser Bedrohung gelebt, das Innenministerium habe sie unter Polizeischutz gestellt, berichtete der Anwalt weiter. Doch «gegen Barbaren, die mit Kalaschnikows kommen, ist nichts zu machen.»

Die Redaktionsmitglieder und Zeichner des 1992 gegründeten Wochenblatts griffen mit ihrer beissenden und oft derben Satire aber nicht nur fanatische Islamisten an. Genauso machten sie sich auch immer wieder über Sekten, Rechtsextreme, Fundamentalisten aller Art und die politische Szene in Frankreich lustig.

Wilde Schiesserei im jüdischen Supermarkt in Paris. (Bild: Keystone)
35 Bilder
Geiseln werden von der Polizei in Sicherheit gebracht. (Bild: Keystone)
Polizei und Rettungskräfte im Einsatz beim Supermarkt in Paris. (Bild: Francois Mori)
Nach dem Sturm der Polizei begeben sich auch die Rettungskräfte in den Supermarkt, in dem mindestens vier Geiseln getötet wurden. (Bild: Keystone)
Rauch steigt auf aus dem Lebensmittelladen, in dem die Attentäter sich verschanzt hatten. (Bild: Keystone)
Rauch steigt auf aus der Druckerei in Dammartin-en-Goele. (Bild: Keystone)
SUPERMARKT, KOSCHERER SUPERMARKT, LEBENSMITTELGESCHAEFT, ANSCHLAG, TERRORANSCHLAG, SATIREMAGAZIN, SATIREZEITUNG, CHARLIE HEBDO, (Bild: Keystone)
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FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
FRANCE NEWSPAPER ATTACK (Bild: Keystone)
Ein Helikopter fliegt über die Druckerei, in dem sich die Attentäter versteckt haben. (Bild: Peter Dejong)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
France Newspaper Attack (Bild: Keystone)
Police hunt for Charlie Hebdo suspects (Bild: Keystone)
France Newspaper Attack (Bild: Keystone)
Das Attentat ereignete sich mitten in Paris. (Bild: IAN LANGSDON)
Augenzeugen berichten vom Ablaufs des Attentats. «Als ich vor der Tür des Gebäudes ankam, verlangten zwei vermummte und bewaffnete Männer einzutreten. Ich gab den Eingangscode ein. Oben angelangt, schossen sie auf Wolinski, auf Cabu. Sie sprachen perfekt Französisch und beriefen sich auf el Kaida», sagt Coco, Zeichnerin bei «Charlie Hebdo». Ein anonymer Zeuge sagt: «Ich war am Kaffeetrinken, als die Schiesserei begann. Sie schossen auf einen Polizisten. Er fiel um. Es war wie im Krieg. Ich bückte mich. Ein junger Polizist neben mir zitterte. Nach zwei Minuten war es vorbei.» (Bild: Keystone)
Die beiden Attentäter erschossen auf der Strasse einen Polizisten. (Bild: Keystone)
Einschusslöcher in der Frontscheibe eines Polizeiautos. (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
Polizisten blockieren die Zugangsstrassen zum Redaktionsgebäude von Charlie Hebdo. (Bild: IAN LANGSDON)
Der französische Präsident Francois Hollande (Mitte) wird von Polizisten und Security-Mitarbeitern abgeschirmt. (Bild: Remy De La Mauviniere)
Notärzte bei der Arbeit. (Bild: IAN LANGSDON)
Bewaffnete Polizisten blockieren die Strasse. (Bild: IAN LANGSDON)
Einschusslöcher in der Frontscheibe eines Polizeiautos. (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
12 killed in shooting at French satirical magazine, police say (Bild: IAN LANGSDON)
Frankreich - Attentat Charlie Hebdo (Bild: Anthony Bibard/Panoramic)
Eine Person wird nach der Schiesserei ins Spital gebracht. (Bild: Thibault Camus)
Bild: Thibault Camus
Bild: Thibault Camus
Staatspräsdient Hollande auf dem Weg zum Unglücksort (Bild: YOAN VALAT)
Deaths reported in shooting at satirical French magazine (Bild: YOAN VALAT)

Wilde Schiesserei im jüdischen Supermarkt in Paris. (Bild: Keystone)

sda