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PARIS: Religionsvertreter werben nach Kirchen-Anschlag für Zusammenhalt

Nach dem Anschlag auf eine katholische Kirche haben die grossen Glaubensgemeinschaften in Frankreich zu einem friedlichen Miteinander aufgerufen. Die Regierung stemmt sich gegen eine weitere Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze.
Blumen erinnern vor der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray an den blutigen Anschlag. (Bild: EPA / Ian Langsdon)

Blumen erinnern vor der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray an den blutigen Anschlag. (Bild: EPA / Ian Langsdon)

«Heute sind wir alle französische Katholiken», sagte der Vorsitzende des islamischen Dachverbands CFCM, Anouar Kbibech, am Mittwoch dem Sender France Info.

Der Pariser Erzbischof André Vingt-Trois sagte: «Wir dürfen uns nicht ins politische Spiel (der Terrormiliz Islamischer Staat) hineinziehen lassen, die die Kinder derselben Familie gegeneinander aufbringen will.»

Präsident François Hollande empfing die Vertreter von katholischer, evangelischer und orthodoxer Kirche sowie von Islam, Judentum und Buddhismus am Mittwoch im Pariser Elysée-Palast.

Zugleich stemmte die Regierung sich gegen Forderungen der Opposition nach einer weiteren Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze. «Wir können nicht den Rechtsstaat verlassen, um den Rechtsstaat zu beschützen», erklärte Innenminister Bernard Cazeneuve. Die Konservativen fordern etwa die Internierung von Radikalisierten.

Zwei Angreifer hatten am Dienstag bei der Morgenmesse in einer Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen Geiseln genommen und den 86 Jahre alten Priester brutal umgebracht.

Zu IS-Miliz bekannt

Die beiden Männer, die von der Polizei erschossen wurden, haben sich nach Angaben von Hollande zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt, die auch das Attentat für sich reklamierte.

Nach dem Anschlag hatte für Kritik gesorgt, dass einer der erschossenen Angreifer den Sicherheitsbehörden bekannt war: Gegen den 19-Jährigen liefen Terrorermittlungen, weil er zwei Mal versucht hatte, nach Syrien zu reisen. Er war erst im vergangenen März aus der Untersuchungshaft entlassen worden und stand mit einer elektronischen Fussfessel unter Hausarrest.

Die Identität des zweiten Angreifers stand auch am Mittwoch zunächst nicht fest. Es könnte sich aber um einen ebenfalls 19-Jährigen handeln, der aus Ostfrankreich stammt, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Der Mann war demnach nicht polizeibekannt.

Mehr Schutz für Kultstätten gefordert

Bei einem Treffen mit Präsident Hollande forderten die grossen Glaubensgemeinschaften «eine grössere Aufmerksamkeit» für die Sicherheit ihrer Kultstätten, wie der Rektor der Grossen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, sagte.

Kardinal Vingt-Trois appellierte: «Die besonders harmonischen Beziehungen, die in Frankreich zwischen unseren verschiedenen Religionen bestehen, sind eine wichtige Ressource für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.»

Premierminister Manuel Valls hatte am Vorabend die Vermutung geäussert, die Attentäter hätten es darauf abgesehen, einen «Krieg der Religionen» zu provozieren.(sda)

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