Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

PARIS/BERLIN: Macrons Angst vor der FDP

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron fürchtet einen vereinten Wahlsieg von CDU und FDP bei der deutschen Bundestagswahl am Sonntag.
Gute Mienen zu freundschaftlichem Treffen: Emmanuel Macron und Angela Merkel gestern in Berlin. (Bild: EPA)

Gute Mienen zu freundschaftlichem Treffen: Emmanuel Macron und Angela Merkel gestern in Berlin. (Bild: EPA)

«Wenn sie sich mit den Liberalen verbündet, bin ich erledigt», soll Macron der Zeitung «Le Monde» zufolge gesagt haben. Sie, das ist natürlich Angela Merkel. Der liberale französische Präsident steht dem Gedankengut der FDP zwar nahe. Allerdings sorgt sich Macron um seine europapolitischen Projekte. Macron will einen Finanzminister der Eurozone schaffen. Anders als Merkel sieht Macron in diesem Euro-Minister nicht nur eine Art besseren Sparkommissar, sondern einen Herrscher über fast unbegrenzte Investitionsmittel. Wie Macron in einem Interview festgehalten hat, will er dafür «mehrere Prozentpunkte» des Bruttosozialproduktes der Eurozone aufwenden.

Gegensätzliche Positionen in der Europapolitik

FDP-Chef Christian Lindner hatte im Wahlkampf einer «Geld-Pipeline von Deutschland aus» eine klare Absage erteilt. Deshalb fürchtet Macron, dass seine Europapläne bei einer schwarz-gelben Koalition in Berlin auf noch mehr Einspruch stossen würden als ­bereits heute. Macron will sein Vorhaben am Dienstag in einer Europarede bekräftigen – nicht zufällig zwei Tage nach der Bundestagswahl.

So sehr sich Macron hütet, in die deutsche Kampagne einzugreifen, so ungeduldig wartet er auf deren Ende, um ein Signal nach Berlin zu senden. Oder mehr noch, eine Vorwarnung: Wenn die Union versucht sein sollte, mit der FDP zu koalieren, würde Merkel ihre enge Partnerschaft mit Frankreich aufs Spiel setzen. Immer vorausgesetzt, dass die CDU am Sonntag mit den Liberalen die Mehrheit stellt. Liefe die Wahl auf die Fortsetzung der Grossen Koalition hinaus, wäre Macron der Erste, der begeistert applaudieren würde. Begeistert und erleichtert. (sbp)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.