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PHILIPPINEN: Plötzlich Kronprinzessin: Philippinischer Präsident preist Tochter als Nachfolgerin an

Präsident Rodrigo Duterte kümmert sich schon vier Jahre vor der nächsten Wahl um seine Nachfolge. Als beste Kandidatin preist er seine Tochter Sara an – während er seinem Sohn mit der Ermordung droht.
Der Philippinische Präsident Duterte will den Holocaust gegen Drogenabhängige. (Bild: EPA/ACE MORANDANTE / PPD / HANDOUT)

Der Philippinische Präsident Duterte will den Holocaust gegen Drogenabhängige. (Bild: EPA/ACE MORANDANTE / PPD / HANDOUT)

Der Trend breitet sich aus. Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, wird in der Zeitung «Philippine Star» so zitiert: «Ich könnte mir keine bessere Kandidatin für meine Nachfolge vorstellen als Sara.» Der Mann spricht von seiner Tochter. Die 30-jährige Sara Duterte-Carpio ist Rechtsanwältin und hat bereits Erfahrung als Nachfolgerin ihres Vaters: Sie ist Bürgermeisterin der Stadt Davo. Auch dieses Amt hatte zuvor ihr Vater inne.

Dynastische Planung in einer Demokratie? Rodrigo Duterte hat sie nicht erfunden. Weltweit gibt es sie längst in unterschiedlichen Varianten. Das Ehepaar Cristina und Nestor de Kirchner hat es vorgemacht. In Argentinien klappte die familiäre Stabsübergabe im höchsten Staatsamt 2007. In der Demokratischen Republik Kongo wurde Joseph Kabila 2001 Präsident und damit Nachfolger seines Vaters Laurent-Désiré Kabila. In Simbabwe ist es noch nicht so weit, aber der greise Langzeitmachthaber Robert Mugabe hat Gattin Grace Mugabe für seine Nachfolge bereits in Stellung gebracht.

Duterte rühmt sich mit Tötung von Kriminellen

Aber auch ohne dynastische Abfolge gibt es fragwürdige Techniken zum Machterhalt. Bestens bekannt die Rochade Wladimir Putins, der 2008 – mit Hilfe einer Verfassungsänderung – seinen Präsidentenstuhl für vier Jahre mit jenem seines Premierminister Dmitri Medwedew tauschte.

Originell ist Rodrigo Dutertes Nachfolgeplanung also nicht. Der Mann, der seine Tochter als einzig richtige Nachfolgerin präsentiert, ist international nicht nur deshalb höchst umstritten. Auf den Philippinen hat er eine Art Ökonomie des Tötens zur Staatsmaxime erhoben. Vor seiner Wahl hatte er die aussergerichtliche Tötung von 100000 Drogenkriminellen und die Einführung der erst vier Jahre zuvor ­abgeschafften Todesstrafe versprochen. Anfang Jahr stimmten beide Parlamentskammern der Wiedereinführung der Todesstrafe zu, die Implementierung steht noch aus. Duterte brüstete sich gar selbst mit der eigenhändigen Tötung von Drogenkriminellen in seiner Zeit als Bürgermeister von Davo, wo jetzt seine Tochter das Zepter führt.

Als Präsident sieht sich Duterte seinen Wahlversprechen weiter verpflichtet. Nach seiner Wahl verglich er den «Krieg gegen die Drogenkriminalität» mit dem Holocaust – und bewertete diesen positiv: «Wenn Deutschland Hitler hatte, dann haben die Philippinen mich.» Und noch immer ist Duterte für eine Mehrheit der Philippiner der unumstrittene starke Mann. Dass er seine Tochter schon jetzt für die Wahlen 2022 als Nachfolgerin empfiehlt, muss wohl als Versprechen gesehen werden, dass die «Ökonomie des Tötens» fortgesetzt werden soll.

80 Prozent stehen hinter dem Präsidenten

Doch nach mehr als 2000 Toten in seinem Mordfeldzug gegen Drogenkriminelle regt sich auch auf den Philippinen Widerstand. Vor allem die im Land mächtige katholische Kirche mobilisiert gegen ihn. Zehntausende sind gegen die aussergerichtlichen Hinrichtungen bereits auf die Strasse gegangen.

Dutertes Mehrheit ist deshalb jedoch noch lange nicht in Gefahr. Im Juni ergab eine Meinungsumfrage, dass immer noch rund 80 Prozent der Wahlberechtigten hinter ihrem Präsidenten stehen. Und dieser gibt sich alle Mühe, seine dynastische Planung vom Ruch der Vetternwirtschaft reinzuwaschen. Der Präsidentensohn Paolo Duterte – Vizebürgermeister von Davo – ist in den Verdacht geraten, selber in den Drogenhandel involviert zu sein. Auch für ihn soll es keine Gnade geben. Dazu zitiert «The Telegraph» den Präsidenten: «Mein Befehl ist es, meinen Sohn zu töten, sollte es die Wahrheit sein. Ich würde die Vollstrecker schützen.»

Rody, der Spitzname des Präsidenten, sieht sein Land im Dauerkriegszustand. Dazu scheint er auch zum Mord an seinem Sohn bereit: Es lebe die Familie, solange sie sauber ist. Diese Botschaft könnte die Popularität Dutertes gar noch steigern.

Walter Brehm

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