Prozess gegen Rivalen statt Wahlen

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Kongo In der Demokratischen Republik Kongo glaubt niemand mehr daran, dass die für dieses Jahr versprochenen Wahlen noch stattfinden werden. Der amtierende Präsident Joseph Kabila, dessen Amtszeit bereits Ende 2016 auslief, klebt, entgegen der geltenden Verfassung, weiter an seinem Sessel.

Mit Moise Katumbi stünde zwar ein Oppositionskandidat mit guten Erfolgschancen bereit. Als erfolgreicher Geschäftsmann und Ex-Gouverneur der Provinz Katanga sowie Präsident des populären Fussballvereins Tout-Puissance in der zweitgrössten Landesstadt Lumumbashi wäre er für viele Kongolesen der Nachfolger des verstorbenen Oppositionsführers Etienne Tshisekedi. Deswegen, so mutmassen viele, will das Kabila-Lager einen Wahlkampf gegen Katumbi unter allen Umständen vermeiden.

In Abwesenheit Katumbis, der derzeit in Belgien lebt, ist nun ein Prozess gegen ihn eröffnet worden, der seine Kandidatur rechtlich unmöglich machen soll. Katumbi hatte vor internationalen Medien Joseph Kabila die Legitimität als Präsident abgesprochen. (wbr)