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«Putin hat Trump besiegt»

So reagieren die russischen Medien auf das Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin.
Stefan Scholl, Moskau
Der russische Präsident Vladimir Putin (rechts) und US-Präsident Donald J. Trump an einer Medienkonferenz in Helsinki. (Bild: Anatoly Maltsev/EPA, 16. Juli 2018)

Der russische Präsident Vladimir Putin (rechts) und US-Präsident Donald J. Trump an einer Medienkonferenz in Helsinki. (Bild: Anatoly Maltsev/EPA, 16. Juli 2018)

Moskaus erster Erfolg in Helsinki gehörte der vaterländischen Autoindustrie. Wladimir Putin fuhr nicht wie bisher in einem Pullman-Mercedes, sondern in einer neuen Aurus-Limousine vaterländischer Produktion vor, «ein Symbol des neuen russischen Stolzes», wie ein Staats-TV-Reporter verkündete.

Russlands zweiter Erfolg beim ersten vollwertigen Gipfeltreffen zwischen Putin und seinem US-Kollegen Donald Trump aber war eigentlich schon Vergangenheit. Beim Begrüssungsritual für die Presse gratulierte Trump Putin ausdrücklich zur gestern geendeten Fussball-WM, «eine der besten aller Zeiten», ausserdem zum guten Abschneiden der russischen Nationalmannschaft. Damit endeten Russlands Erfolge zuerst einmal. Das protokollarische Lächeln beider Führer wirkte angespannt.

Zwar jubelte der nationalistische TV- Kanal Zargrad schon zu Beginn des Treffens: «Putin hat Trump besiegt.» Begründung: Man treffe sich in Helsinki, also fast in Russland, in einer Zeitzone mit Moskau. «Die USA haben die neue Realität anerkannt und demonstrieren ihre Bereitschaft, mit dem Russland zu reden, das sich von den Knien erhoben hat.»

Länge des Treffens als Gradmesser für den Erfolg

Die russische Öffentlichkeit wartete nervös, der staatliche Nachrichtensender Vesti.24 liess in einer Dauer-Talk-Show einen heimischen Experten nach dem anderen zu Worte kommen. Allgemeine Stimmung: Strategisch können Trump und Putin durchaus Verbündete werden. Schliesslich seien sie beide Gegenspieler jener Globalisierung, die die Europäer seit Jahrzehnten ausgenutzt hätten, um unter dem Schutz der USA ihre weltweiten Handelsinteressen durchzusetzen.

Aber auch den Amerikanern sei nicht recht zu trauen, das politische und militärische Establishment in Washington setze Trump massiv unter Druck, um zu verhindern, dass er auf Russland zugehe. Und im November fänden Kongresswahlen statt, erklärte der Ameri­kaner Alexander Domrin der Zeitung «Komsomolskaja Prawda». «Deshalb wird Trump aussenpolitisch keine wichtigen Zugeständnisse machen.»

Interfax meldete nach Putins und Trumps Tête-à-Tête, es habe statt der geplanten 90 Minuten 2 Stunden und 10 Minuten gedauert – was die Kommentatoren in Moskau wieder als Erfolg werteten: Schon vor dem Gipfel war man sich in Moskau einig, je länger Putin mit Trump redete, umso mehr werde sein überlegenes Charisma und seine Kompetenz auf den Amerikaner wirken, umso wahrscheinlicher seien zählbare Erfolge für Russland. Danach gingen die Verhandlungen im Beisein der Delegationen weiter.

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