Staatsfeind Nr. 1
«Putin hortet Millionen auf Schweizer Konten»

Bill Browder (50) war einst der grösste ausländische Finanzinvestor Russlands. Heute ist er Putins Staatsfeind Nr. 1. Der in Amerika geborene Brite geht im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» hart mit dem russischen Präsidenten ins Gericht.

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Warnt vor Expansionsgelüsten Russlands: Der britisch-amerikanische Geschäftsmann Bill Browder vor einer Weltkarte in seiner neuen Heimat London.

Warnt vor Expansionsgelüsten Russlands: Der britisch-amerikanische Geschäftsmann Bill Browder vor einer Weltkarte in seiner neuen Heimat London.

Harry Borden/Contour by Getty Images

Er sei ein Dieb und Mörder, der nicht in der Ostukraine halt machen werde. «Putin wird einen neuen Krieg starten», sagt Browder, «er will die ganze Ukraine». Browder kritisiert auch die Schweizer Banken. Putin, den Browder als den reichsten Mann der Welt bezeichnet, horte Millionen von Franken in der Schweiz. Deshalb gäbe es nur eine sinnvolle Lösung: Die Schweizer Banken dürften kein Geld mehr von solchen Personen annehmen.

Die Schweizer Regierung müsste Bankern, die Geld von korrupten Personen annehmen, den Prozess machen. Zwischen 1996 und 2005 investierte die Gesellschaft des in den USA geborenen Briten Milliarden Euro in russische Firmen. 2005 fiel er nach Kritik an der russischen Regierung in Ungnade und wurde des Landes verwiesen.

Heute kämpft der Chef von Investmentfonds Hermitage Capital dafür, dass diejenigen, die für den Tod seines Anwalts Sergej Magnizki verantwortlich sind, vor Gericht gestellt werden. Der Anwalt starb 2009 in Untersuchungshaft. Browder wirbt bei Regierungen im Westen für Sanktionen – teilweise mit Erfolg. Ende 2012 erliessen die USA den Magnizki-Act. Konten russischer Staatsbürger, die in den Tod Magnizkis verwickelt sein sollen, wurden eingefroren.