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Putschwirren im westafrikanischen Gabun

Während sich Staatschef Ali Bongo im Ausland von einem Schlaganfall erholt, versuchen Militärs die Macht an sich zu reissen. Der Putschversuch am Montag ist nach offiziellen Angaben gescheitert.
Dominik Weingartner
Die Putschisten riefen über den staatlichen Rundfunk zu einem Aufstand auf. Die Machtübernahme misslang. (Bild: AP (Libreville, 7. Januar 2019))

Die Putschisten riefen über den staatlichen Rundfunk zu einem Aufstand auf. Die Machtübernahme misslang. (Bild: AP (Libreville, 7. Januar 2019))

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen. So ähnlich hat es sich am Montag in Libreville, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Gabun, abgespielt. Während Staatschef Ali Bongo sich von einem Schlaganfall in der marokkanischen Hauptstadt Rabat erholte, versuchten Militärangehörige in den frühen Morgenstunden, die Macht im Land an sich zu reissen.

Über den staatlichen Rundfunk verbreiteten die Putschisten die Ein­setzung eines «nationalen Rates der Erneuerung». Gleichzeitig riefen sie zu einem Volksaufstand auf. Ziel sei, die Demokratie wiederherzustellen und die Verantwortlichen für die Tötung von Demonstranten nach der letzten Präsidentschaftswahl vom 31. August 2016 aus ihren Ämtern zu vertreiben.

Zwei Putschisten getötet

Diese Wahl gewann Bongo nach offiziellen Angaben mit nur 5000 Stimmen vor seinem Herausforderer Jean Ping. Im Anschluss an diese Wahl kam es landesweit zu Protesten gegen Bongo, bei denen zahlreiche Demonstranten getötet und verletzt wurden.

Gegen Mittag teilte der gabunische Regierungssprecher Guy-Bertrand Mapangou mit, die ­Situation sei unter Kontrolle. Später teilten die Behörden mit, Sicherheitskräfte hätten zwei mutmassliche Putschisten getötet und sieben weitere seien festgenommen worden. Zuvor gab es Meldungen über eine Menschenansammlung von rund 300 Personen vor dem Rundfunk, die dem Aufruf der Putschisten gefolgt sind. Auch waren rund um das Gebäude verschiedenen Berichten zufolge Schüsse zu hören. Panzer sollen den Zugang zur Strasse beim Rundfunk blockiert haben. Die Sicherheitskräfte setzten zudem Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben.

Der autoritär regierende Staatschef Ali Bongo ist seit dem 24. Oktober kaum mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Im November teilten die Behörden mit, Bongo habe einen Schlaganfall erlitten. Zuletzt meldete er sich mit einer Neujahrsansprache aus dem Krankenbett in Rabat an die Bürger seines Landes. Die Familie Bongo regiert die ehemalige französische Kolonie seit 1967. Ali Bongos Vater Omar hatte die Zügel des Landes bis zu seinem Tod im Jahr 2009 in der Hand. Seither ist Ali Bongo an der Macht.

Das rund 2 Millionen Einwohner zählende Gabun ist sehr ­ölreich. Alleine deshalb gehört das Land mit einem Bruttoinlandprodukt von rund 9000 Dollar pro Kopf zu den reichsten Staaten Afrikas. Jedoch ist die Abhängigkeit vom Erdöl sehr hoch, was bei Preisschwankungen zu wirtschaftlichen Problemen führt.

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