Pakistan
Rache für Bin Laden: Anschlag in Pakistan fordert mindestens 70 Tote

Bei einem Doppelanschlag im Nordwesten Pakistans Ausbildungszentrum paramilitärischer Truppen angegriffen. «Das war die erste Rache für Osamas Märtyrertod», sagte Talibansprecher Ehsanullah Ehsan der Nachrichtenagentur AFP am Telefon.

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Ein Verwundeter wird in ein Spital in Peshawar transportiert

Ein Verwundeter wird in ein Spital in Peshawar transportiert

Keystone

Bei einem Doppelanschlag im Nordwesten Pakistans sind am Freitag mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben wurde ein Ausbildungszentrum paramilitärischer Truppen von zwei Explosionen erschüttert, als gerade neu ausgebildete Sicherheitskräfte das Gelände verliessen.

Wie der Polizeichef des Bezirks Charsadda, Nisar Khan Marwat, der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden bei dem Anschlag in der Region Shabqadar, rund 30 Kilometer nördlich von Peshawar, mindestens 65 Sicherheitskräfte der paramilitärischen Grenzpolizei und fünf Zivilisten getötet.

Selbstmordattentäter zündet ersten Sprengsatz

Die Rekruten wollten demnach gerade in Busse einsteigen, um nach ihrem Kurs für zehn Tage in den Urlaub zu fahren. Sie trugen den Angaben zufolge Zivilkleidung. Der erste Sprengsatz wurde nach Polizeiangaben von einem Selbstmordattentäter gezündet. Wie die zweite Bombe gezündet wurde, war zunächst unklar.

In Pakistan wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 4300 Menschen bei Bombenanschlägen getötet. Die meisten der Anschläge wurden im Nordwesten des Landes verübt, der als Hochburg islamistischer Kämpfer und als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida gilt.

Nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad durch US-Spezialkräfte vor gut zehn Tagen drohten die radikalislamischen Taliban mit Rache für den Tod des Terroristenführers und kündigten an, ihre Angriffe auf Regierungsgebäude und Sicherheitskräfte im Land zu verstärken. (sda)