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RAUMFAHRT: Amerikas Rückkehr in unendliche Weiten

US-Präsident Donald Trump will zurück auf den Mond und befiehlt der Raumfahrtbehörde Nasa eine Kurskorrektur. Nun liegt es am designierten Nasa-Direktor Jim Bridenstine, diesen alten Traum zu verwirklichen.
Renzo Ruf, Washington
Bild: Illustration: Tom Werner

Bild: Illustration: Tom Werner

Renzo Ruf, Washington

Jim Bridenstine ist eine interessante Figur. Der 42-jährige Republikaner aus Oklahoma scheint viel zu können: Er ist Wirtschaftswissenschafter, Militärpilot und Museumsdirektor. Die eigentliche Leidenschaft des kantigen Politikers gilt aber der bemannten Raumfahrt, wie Bridenstine – der seit 2013 Mitglied des Repräsentantenhauses in Washington ist – mit schwärmerischem Unterton eingesteht. Bereits als Jugendlicher habe er sich die Geschichten der Helden der «Apollo»-Missionen zu Gemüte geführt, die am 20. Juli 1969 einen alten Menschheitstraum verwirklichten. Besonders beeindruckt habe ihn Gene Cernan, sagte Bridenstine kürzlich während eines Auftrittes vor einem Senatsausschuss – Cernan war Teil von «Apollo 17» und betrat vor ziemlich genau 45 Jahren, am 14. Dezember 1972, als bislang letzter Mensch die Mondoberfläche.

Nun hat es Bridenstine in der Hand, ein neues Kapitel in dieser amerikanischen Heldensaga zu schreiben. Im Auftrag von Präsident Donald Trump soll er neuer Direktor der unabhängigen Raumfahrtbehörde Nasa werden – ein Posten, für den der erzkonservative Volksvertreter hinter den Kulissen heftig lobbyiert hatte. Und Trump unterstützt das wichtigste Ziel, das sich der designierte Nasa-Chef gesetzt hat: die Rückkehr amerikanischer Astronauten auf den Mond. Am Montag unterzeichnete der Präsident im Weissen Haus eine entsprechende Direktive.

«Dieses Mal werden wir nicht nur eine Fahne hissen»

Das Grundsatzpapier hält fest, dass die bemannte Raumfahrt und eine Rückkehr amerikanischer Astronauten auf den Mond in Zusammenarbeit mit «kommerziellen und internationalen Partnern» vonstatten gehen solle. «Dieses Mal werden wir nicht nur eine Fahne hissen und unsere Fussspuren hinterlassen», sagte Trump, «sondern auch das Fundament für eine potenzielle Mission auf den Mars legen und eines Tages vielleicht sogar in viele Welten darüber hinaus.» Welchen Absichten diese Expeditionen dienen werden, darüber schwieg sich Trump allerdings aus.

Die Ankündigung des Präsidenten stellte – einmal mehr – eine Kurskorrektur dar. Vorgänger Barack Obama hatte zu Beginn seiner Amtszeit bekanntgegeben, dass der Mond künftig nicht mehr im Zentrum der Nasa-Mission stehe und das entsprechende Programm («Constellation») nicht weiterfinanziert werde. Unabhängige Unternehmen witterten in dieser Ankündigung eine Marktlücke. So wurde 2010, auch mit Kapital aus dem Silicon Valley, die Firma «Moon Express» gegründet. Der Jungfernflug des vorerst unbemannten Mond-Expresses soll bereits 2018 stattfinden.

Branchenvertreter äusserten sich deshalb grundsätzlich positiv über die Stellungnahme Trumps, auch weil der Präsident ankündigte, dass die Nasa auch künftig auf die Dienste privater ­Zulieferbetriebe angewiesen sei. «Wir haben bereits Hunderte Millionen von Dollar an Privatkapital investiert», um «innovative» und «billigere» Einsatzmöglichkeiten für Expeditionen ins All zu entwickeln, hiess es in einer Stellungnahme des Dachverbandes CSF. Die Nasa sei deshalb gut beraten, auf das neugewonnene Know-how des Privatsektors zurückzugreifen.

19 Milliarden Dollar für die Raumfahrt

Kritiker der Regierung Trump allerdings bezeichneten die Ankündigung des Präsidenten als heisse Luft. «Ich will zuerst das Geld sehen!», sagte der demokratische Senator Bill Nelson aus Florida, der 1986 als Zivilist an einer Mission der Space Shuttle «Columbia» teilgenommen hatte. In der Tat zeigt ein Blick in das Budget der Regierung Trump, dass die Mittel der Nasa nicht aufgestockt werden sollen. Für das laufende Finanzjahr, das am 1. Oktober 2017 begann, werden der Raumfahrtbehörde 19,1 Milliarden Dollar zugestanden, oder 0,1 Milliarden Dollar weniger als im vergangenen Finanzjahr. Weil es dem Parlament in Washington bisher nicht gelungen ist, die notwendigen Ausgabenbeschlüsse zu verabschieden, handelt es sich dabei um provisorische Zahlen.

Andere Stimmen befürchten, dass der designierte Nasa-Direktor Briden­stine eine Kernmission seiner Agentur auf Kosten der bemannten Raumfahrt beschneiden werde. Die amerikanische Raumfahrtbehörde spielt nämlich auch bei der Erforschung der Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels eine führende Rolle. Der Republikaner machte während einer Anhörung im Senat kein Geheimnis dar­aus, dass er nicht überzeugt davon sei, dass menschliche Aktivitäten für die globale Erwärmung verantwortlich seien. Bridenstine versprach aber, sofern er denn vom Senat bestätigt werde, dass er die Klimaforscher der Nasa nicht bestrafen oder sanktionieren ­werde.

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