Mittelmeer
Rechtsextreme gestrandet – Polizei verhaftet Kapitän des Anti-Flüchtlings-Boot

Die rechtsextreme «Identitäre Bewegung» wollte mit einem Schiff Bootsflüchtlinge zurück nach Afrika bringen. Doch daraus wird vorerst nichts. Im zyprischen Hafen Famagusta hat die Polizei den Kapitän verhaftet und die asiatische Crew hat das Boot verlassen.

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Seit Februar 2017 trägt die «Suunta» den Namen «C-Star» und sollte Flüchtlinge zurück nach Afrika bringen. Sollte...

Seit Februar 2017 trägt die «Suunta» den Namen «C-Star» und sollte Flüchtlinge zurück nach Afrika bringen. Sollte...

dpa

Der Plan: Rechtsextreme wollten mit einem Boot, der C-Star, Bootsflüchtlinge abfangen und zurück nach Afrika bringen. Die Umsetzung: ein Fiasko.

Das Boot der rechtsextremen «Identitären Bewegung» bewegte sich in den letzten Tagen in Richtung Catania (Sizilien), von wo aus ihre Mission «Defend Europe» beginnen sollte. Doch jetzt wurde die C-Star an der Ostküste von Zypern gestoppt. Wie die Tageszeitung «Kibris Postasi» berichtet, hat die örtliche Polizei im Hafen von Famagusta den Kapitän und dessen Stellvertreter festgenommen.

Zudem habe die asiatische Crew der rechtsextremen Bewegung das Boot verlassen, berichten andere lokale Medien. In den sozialen Netzwerken kursiert zudem das Gerücht, dass die Mannschaft aus Sri Lanka einen Antrag auf Asyl gestellt hat und dass der Kapitän wegen Schlepperei angeklagt werden soll. Die Faktenlage ist derzeit aber noch dürftig.

Zumindest bestätigte Martin Sellner, Mit-Initiator des Projekts «Defend Europe», gegenüber «BuzzFeed», dass die C-Star in Famagusta von der Polizei gestoppt wurde und kündigte an, dagegen gerichtlich vorzugehen. Zudem teilte die «Identitäre Bewegung» über Twitter selber mit, dass die asiatische Crew das Boot verlassen hätte.

Es ist nicht der erste Rückschlag für das Projekt. Bereits vor einigen Tagen wurde das gecharterte Schiff im Suezkanal von den ägyptischen Behörden kontrolliert und damit aufgehalten. Die Identitäre Bewegung sprach von einer Routineuntersuchung.

Für das Projekt wurden mittels Crowdfunding über 100'000 Euro gesammelt. Falls die Reise in Famagusta definitiv endet – rausgeschmissenes Geld. (fvo)