China
Reisen im Namen des Hundes

1,5 Milliarden Chinesen begehen in diesen Tagen ihr Neujahrsfest. Für die Reiseindustrie ist es die beste Saison im Jahr.

Felix Lee aus Peking
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Das Jahr des Hundes wird feierlich willkommen geheissen.
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Feier zum Jahr des Hundes in China
Weitere Bilder der Feierlichkeiten in ganz China.

Das Jahr des Hundes wird feierlich willkommen geheissen.

CARMO CORREIRA

Zumindest die erste Reisewelle haben die Chinesen ohne grössere Pannen hinter sich gebracht. Sie hat vor ungefähr zwei Wochen begonnen. Dann machen sich Hunderte Millionen Chinesen, die meisten von ihnen Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeiter, auf den Weg in ihre Heimatdörfer, um das chinesische Neujahrsfest zu begehen. Es hat am vergangenen Freitag begonnen.

Rund um die Festtage rechnen die Behörden mit landesweit fast 400 Millionen Zugreisen, weiteren 65 Millionen Reisen mit dem Flugzeug. Für die Autofahrten wagten sie keine Schätzung. Als Chunyun wird die Zeitspanne zwei Wochen vor und nach dem Neujahrsfest wegen des extrem hohen Verkehraufkommens in dieser Zeit bezeichnet – zu Deutsch: Frühlingsinfarkt. Es handelt sich um die alljährlich grösste Migrationsbewegung der Welt.

Die Regierung schätzt, dass Reisende während des Neujahrsfestes umgerechnet rund 70 Milliarden Franken ausgeben. Denn längst hat sich das Neujahrsfest für die Tourismusindustrie zur wichtigsten Saison des Jahres entwickelt – und zwar weltweit. Der Silvesterabend und die ersten zwei Tage im neuen Jahr werden mit üppigen Mahlzeiten noch der Familie gewidmet. Doch bereits am dritten Tag setzt bereits die zweite grosse Reisewelle ein – und zwar die ins Ausland.

Ein anderer Geschäftszweig dürfte dieses Mal über Chinesisch Neujahr indes dürftig ausfallen. Aus Angst vor Smog und Unfällen ist in zahlreichen chinesischen Grossstädten in diesen Neujahrsfeiertagen das Zünden von Feuerwerk verboten.

Bereits nach den Neujahrsfeierlichkeiten könnte es wirtschaftlich denn auch insgesamt bergab gehen. Das glauben zumindest die chinesischen Astrologen. In einem Zwölfjahreszyklus ist jedes Jahr einem von zwölf Tieren gewidmet. Und nach dem traditionellen Kalender hat am Freitag das Jahr des Hundes begonnen. Der Hund bringt eher trübe Aussichten mit sich, zumal er in diesem Jahr auch noch mit dem Element Erde verbunden ist. Ein Erdhund ist auf Chinesisch gleichbedeutend mit Strassenköter. Und die gelten als scheu, unterernährt und unberechenbar. Das sind chinesischen Astrologen zufolge keine guten Voraussetzungen für die Wirtschaft.