RENNES: Ein Hirntoter und fünf Verletzte bei Medikamententest

Nach einem «schweren Zwischenfall» bei einem Medikamentenversuch in Frankreich liegt ein Teilnehmer hirntot auf der Intensivstation. Fünf weitere Versuchspersonen mussten ebenfalls ins Universitätsspital von Rennes gebracht werden.

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Der Test wurde vom Labor Biotrial durchgeführt. Getestet wurde ein Cannabis-Präparat des portugiesischen Pharmakonzerns Bial. (Bild: EPA/THOMAS BREGARDIS)

Der Test wurde vom Labor Biotrial durchgeführt. Getestet wurde ein Cannabis-Präparat des portugiesischen Pharmakonzerns Bial. (Bild: EPA/THOMAS BREGARDIS)

Nähere Details zu dem Medikament nannte das Gesundheitsministerium in Paris am Freitag in seiner Mitteilung zunächst nicht. Gemäss verschiedenen Medienmeldungen soll es sich um ein Schmerzmittel auf Cannabisbasis handeln, das als Tablette eingenommen wird.

Anzahl der Probanden unklar

Das Labor habe die Nationale Behörde für die Sicherheit von Medikamenten und Medizinprodukten über den Stopp des Tests informiert und alle freiwilligen Versuchsteilnehmer informiert, heisst es in der Mitteilung des Gesundheitsministeriums weiter. Es ist derzeit unklar, wie viele Menschen an der Studie teilnahmen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet.

Die Arzneimittelbehörde werde vor Ort technische Inspektionen vornehmen und auch das Gesundheitsministerium will die Versuchsklinik genauer unter die Lupe nehmen. Gesundheitsministerin Marisol Touraine wollte noch am Freitag nach Rennes reisen.

Bei der Studie handelte es sich um die sogenannte Phase 1 eines Medikamententests. Dabei wird das Präparat einer kleinen Gruppe von freiwilligen gesunden Probanden verabreicht, die vor allem die Sicherheit der Anwendung und die Verträglichkeit des Mittels testen. In späteren und deutlich umfassenderen Phasen wird die Wirkung des Präparats getestet.

sda

Aussenansicht von der Firma Biotrail in Rennes. (Bild: Keystone)

Aussenansicht von der Firma Biotrail in Rennes. (Bild: Keystone)