USA
Republikaner warnt: «Trump macht mir Sorgen. Er führt uns noch in den 3. Weltkrieg»

Der einflussreiche republikanische Senator Bob Corker kritisiert den US-Präsidenten mit harschen Worten. Zuvor hatte ihn Trump massiv angegriffen.

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Nimmt kein Blatt vor den Mund: US-Senator Bob Corker wettert gegen Trump.

Nimmt kein Blatt vor den Mund: US-Senator Bob Corker wettert gegen Trump.

Keystone
Nimmt kein Blatt vor den Mund: US-Senator Bob Corker wettert gegen Trump.

Nimmt kein Blatt vor den Mund: US-Senator Bob Corker wettert gegen Trump.

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Die Fehde zwischen dem einflussreichen republikanischen Senator Bob Corker und Trump ist am Sonntag eskaliert. In einem Interview mit der New York Times erklärte Corker, ein Grossteil der republikanischen Abgeordneten sei über das Vorgehen Trumps äusserst beunruhigt. «Sein unberechenbares Verhalten und seine Rhetorik führen uns noch in den 3. Weltkrieg», so Corker, der früher Trump einst sogar im Wahlkampf unterstützt hatte.

Er sei über einen Präsidenten besorgt, der sich aufführe, als wäre er in einer TV-Realityshow. «Er macht mir Sorgen. Er sollte jedem Sorgen bereiten, dem unser Land am Herzen liegt.»

Corker ist Senator des US-Bundesstaats Tennessee und unter anderem Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Senats.

Nur Stunden zuvor hatte Präsident Trump auf Twitter eine Salve von Tweets gegen Corker abgefeuert. Dieser hatte angekündigt, 2018 nicht wieder für die Republikaner zu kandidieren.

Trump schrieb: «Corker hat darum 'gebettelt', dass ich ihn bei seiner Wiederwahl unterstütze». Das habe er aber abgelehnt. Corker habe daraufhin auf eine erneute Kandidatur verzichtet und als Grund angegeben, «dass er ohne meine Unterstützung nicht gewinnen kann». Er, Trump, habe auch "Nein, danke" zu Corkers Ersuchen gesagt, Aussenminister zu werden.

Corker sei auch weitgehend für den "horrenden" Atomdeal mit dem Iran verantwortlich, so der Präsident weiter. Er bezog sich dabei auf die Multi-Staaten-Vereinbarung, die Teheran im Gegenzug zur Aufhebung internationaler Sanktionen zur Begrenzung seines Atomprogrammes verpflichtet.

Corker schoss prompt zurück. "Es ist eine Schande, dass das Weisse Haus eine Tagesbetreuung für Erwachsene geworden ist", twitterte Corker. "Jemand hat offensichtlich heute Morgen seine Schicht versäumt."

Hintergrund für Trumps Attacken sind anscheinend Äusserungen Corkers in der vergangenen Woche. Da hatte der Senator angedeutet, dass Trump dringend beaufsichtigt werden müsse. Aussenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister Jim Mattis und der Stabschef im Weissen Haus, John Kelly, würden "unser Land vom Chaos bewahren".

Trump legt Forderungen zu «Dreamer»-Politik vor

Die US-Regierung hat einen Katalog von scharfen Forderungen zur Einwanderungspolitik vorgelegt. Trumps Liste gilt als Grundlage der Regierung für bevorstehende Verhandlungen mit den Demokraten über das Schicksal von fast 700'000 jüngeren Immigranten.

Zu den Eckpunkten zählen der seit langem von ihm propagierte Bau einer Grenzmauer zu Mexiko, strengere Regeln für Greencard-Bewerber, verstärkte Abschiebungen illegaler Immigranten und 10'000 zusätzliche Vollzugsbeamte.

Trump will ausserdem schärfere Massnahmen zur Verringerung des Zustroms unbegleiteter Minderjähriger aus Guatemala, El Salvador und Honduras. Diese werden angesichts von Gewalt daheim von ihren Eltern in die USA geschickt.

Von der Erfüllung macht Donald Trump es abhängig, ob es zu einer Vereinbarung mit den Demokraten über eine Regelung kommt, die Hunderttausenden jüngeren illegalen Immigranten das Verbleiben in den USA erlauben würde. Der demokratische Präsident Barack Obama hatte dieser als "Dreamer" bezeichneten Gruppe 2012 per Anordnung einen vorläufigen Schutzstatus eingeräumt.

Obamas republikanischer Nachfolger Trump machte die Regelung jedoch im September rückgängig. Er überliess es dem Kongress, bis zum Frühjahr eine Neuregelung des von ihm als verfassungswidrig bezeichneten Programmes zu finden. (sda)