Resigniert gesteht Romney seine Niederlage ein

Zögerlich, aber gefasst hat der im Geschäftsleben erfolgsverwöhnte Mitt Romney seine Niederlage eingeräumt. Erst mehr als eineinhalb Stunden nach der Entscheidung trat der Hoffnungsträger der Republikaner in Boston vor seine enttäuschten Anhänger.

Drucken
Teilen
Mitt Romney mit seiner Frau Ann mit dem republikanischen Vize Paul Ryan und seiner Frau Janna. (Bild: Keystone)

Mitt Romney mit seiner Frau Ann mit dem republikanischen Vize Paul Ryan und seiner Frau Janna. (Bild: Keystone)

Washington. Er gratulierte dem Amtsinhaber Barack Obama zur Wiederwahl. Er wünsche Präsident Obama Erfolg, sagte der 65-Jährige mit gefasster Stimme. «Ich habe für das Amt kandidiert, weil ich besorgt um Amerika bin», sagte Romney in der Nacht zum Mittwoch. «Ich bete für den Erfolg des Präsidenten bei der Führung unserer Nation.» Die Wahl sei vorbei, «aber unsere Prinzipien haben weiter Bestand.»

«Ich habe mir so sehr gewünscht, eure Hoffnungen zu erfüllen, das Land in eine andere Richtung zu führen», sagte der frühere Gouverneur von Massachusetts. Zugleich bedankte sich Romney bei seinen Mitstreitern und seiner Frau Ann. «Sie wäre eine wundervolle First Lady gewesen.»

Präsident Barack Obama mit Frau Michelle (Bild: Keystone)
45 Bilder
Barack Obama in Chicago bei seiner Rede nach seiner Wiederwahl. (Bild: Keystone)
Grosse Freude in Chicago bei der Wahlparty. (Bild: Keystone)
Präsident Barack Obama mit Frau Michelle und seinen Töchtern Malia und Sasha. (Bild: Keystone)
Auch bei Vizepräsident Joe Biden und seiner Tochter Ashley. (Bild: Keystone)
Jubel bei Michelle und Barack Obama sowie Vize Joe Biden mit Gattin Jill. (Bild: Keystone)
Sie freuen sich in einem Hotel in Salt Lake City. (Bild: Keystone)
Barack Obama winkt nach der Rede seinen Anhängern zu. (Bild: Keystone)
Ein Mann schwenkt vor dem Weissen Haus in Washington eine Obama-Fahne. (Bild: Keystone)
Barack Obama nimmt Glückwünsche seiner Frau Michelle entgegen. (Bild: Keystone)
Klatschen, jubeln, Fähnchen schwingen: Barack Obama bleibt weitere vier Jahre Präsident. (Bild: Keystone)
Jubel in Chicago nach Obamas Wiederwahl. (Bild: Keystone)
Obamas Anhänger liegen sich in den Armen und feiern. (Bild: Keystone)
Eine enttäuschte Supporterin von Mitt Romney. (Bild: Keystone)
Auch in Arizona feiern die Demokraten den Sieg von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Unterstützer von Barack Obama in New York brechen in Jubel aus. (Bild: Keystone)
Freudensprung vor der amerikanischen Flagge: Barack Obama bleibt Präsident. (Bild: Keystone)
Rockefeller Center in New York: Freude über den Sieg von Obama. (Bild: Keystone)
Er ist enttäuscht: Mitt Romney hats nicht geschafft. (Bild: Keystone)
Lange Gesichter bei den republikanischen Anhängern: Mitt Romney unterliegt Barack Obama. (Bild: Keystone)
Auch in Georgia jubeln Obamas Anhänger. (Bild: Keystone)
Jubelschrei in New Mexico. (Bild: Keystone)
Er ist enttäuscht über Romneys Niederlage. (Bild: Keystone)
Obama ist gewählt: Freudentränen in Las Vegas. (Bild: Keystone)
Grenzenloser Jubel in Atlanta. (Bild: Keystone)
Obamas Anhänger sind glücklich. (Bild: Keystone)
Sie freuen sich über die Wiederwahl von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Auch auf einem grossen Plakat wird bereits die Wiederwahl von Barack Obama verkündet. (Bild: Keystone)
Erleichterung und Freude nach der Wiederwahl von Obama. (Bild: Keystone)
Barack Obamas Wiederwahl bringt seine Anhänger zum Tanzen. (Bild: Keystone)
Enttäuscht: Sie unterstützte Mitt Romney. (Bild: Keystone)
Grosser Jubel: CNN verkündet die Wiederwahl von Barack Obama. (Bild: Keystone)
"Das ist eine Zeit grosser Herausforderungen für Amerika, und ich bete, dass der Präsident Erfolg haben wird, unsere Nation zu führen", sagte Mitt Romney nach seiner Niederlage. (Bild: Keystone)
Der Republikaner tritt ans Mikrofon und gesteht seine Niederlage ein. (Bild: Keystone)
Ein Kuss für den Verlierer: Mitt Romney mit seiner Ehefrau Ann. (Bild: Keystone)
Die Freude über die Wiederwahl ist gross. (Bild: Keystone)
Mit Transparenten und einem Freudenschrei wird der Sieg gefeiert. (Bild: Keystone)
Nach der grossen Anspannung kommen die Emotionen. (Bild: Keystone)
Anhänger von Obama jubeln, als CNN die Wiederwahl ankündigt. (Bild: Keystone)
Ein Fahnenmeer für Obama. (Bild: Keystone)
Grosse Freude auch bei diesem Mann. (Bild: Keystone)
Hier wird nach der Wiederwahl gefeiert. (Bild: Keystone)
Zuvor mussten sich die Anhänger lange auf das Resultat gedulden. (Bild: Keystone)
Leute posieren mit einer Pappfigur von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Angespannt beobachten die Wähler die Zahlen. (Bild: Keystone)

Präsident Barack Obama mit Frau Michelle (Bild: Keystone)

Ruf des Flip-Floppers

Trotz der nur schleppend in Gang kommenden US-Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit gelang es Romney nicht, landesweit eine breite Wechselstimmung zu erzeugen. Selbst die eigene Partei stand nicht geschlossen hinter ihm: Konservative Kreise hielten den Multimillionär zu liberal, andere kritisierten ihn als zu wenig prinzipientreu.

Den Ruf des Flip-Floppers, des Wendehalses, der seine Ansichten gern wie das Fähnchen in den Wind hängt, hatte auch das Obama-Lager immer wieder transportiert. Es gelang den Demokraten auch, Romney als «kaltherzigen Superreichen» darzustellen, der für die Sorgen und Nöte der «einfachen Leute» kein Gespür habe.

Zweite Niederlage

Für den Mormonen war es bereits der zweite Anlauf fürs Weisse Haus. 2008 bewarb er sich erstmals um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Doch statt seiner zog John McCain ins Rennen gegen Obama - und verlor.

Üblicherweise gestehen Verlierer bei US-Wahlen ihre Niederlage rasch ein. 2008 hatte der Verlierer John McCain dies nach etwa einer halben Stunde getan, nachdem die Sender damals Obamas Triumph gemeldet hatten. (sda/afp/dpa/Reuters)