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Deutschland: Grünen-Chef Habeck
hat ausgetwittert

Robert Habeck hat genug von den sozialen Medien. Er verabschiedet sich von Twitter und Facebook. Auslöser seiner Entscheidung ist der grosse Datenklau von vergangener Woche.
Christoph Reichmuth, Berlin
Robert Habeck, Schriftsteller und Philosoph, ist eines der Gesichter der Partei, mit dem der Aufstieg der Grünen assoziiert wird. (Arne Immanuel Baensch/AP; Berlin, 28. Oktober 2018)

Robert Habeck, Schriftsteller und Philosoph, ist eines der Gesichter der Partei, mit dem der Aufstieg der Grünen assoziiert wird. (Arne Immanuel Baensch/AP; Berlin, 28. Oktober 2018)

Grünen-Chef Robert Habeck zieht nach einem Hackerangriff und unbedachten Äusserungen die Notbremse: Er verabschiedet sich von Facebook und Twitter. Die sozialen Medien würden ihn desorientieren und unkonzentriert machen, teilte Habeck gestern mit. Seit knapp einem Jahr führt Robert Habeck die Grünen im Gespann mit Annalena Baerbock an. Seither reiht die Ökopartei Erfolg an Erfolg, schiebt sich in Umfragen bundesweit vor die SPD an zweite Stelle hinter die Union aus CDU und CSU.

Schriftsteller und Philosoph Habeck hat einen Teil seiner Popularität nicht zuletzt den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zu verdanken. Mit knackigen Statements rief sich Habeck fast täglich einem Millionenpublikum in Erinnerung. Ausschlaggebend für seinen Rückzug aus den sozialen Netzwerken war der Ende vergangene Woche publik gewordene Datenklau, dem Hunderte Politiker, Künstler und Prominente zum Opfer fielen. Habeck und dessen Familie waren von dem Hacker-Angriff besonders betroffen.

Viele Leute vor den Kopf gestossen

Der Datenklau ist nicht der einzige Grund für Habecks Rückzug aus den sozialen Netzwerken. Der Grünen-Chef rief in der Vergangenheit wiederholt Kritik mit seinen Twitter-Botschaften hervor. In einem Wahlvideo für die Grünen in Thüringen sprach Habeck einen Satz in die Kamera, der auf Unverständnis stiess. Die Grünen würden alles unternehmen, damit Thüringen ein «offenes, liberales, demokratisches Land wird», so Habeck.

In Thüringen fühlten sich viele vor den Kopf gestossen, da Habeck mit seinem Satz suggeriert hatte, dass Thüringen bislang weder offen, liberal noch demokratisch sei. Habeck entschuldigte sich für den Satz. Das tat er auch nach der Bayernwahl, als die Grünen zweitstärkste Kraft hinter der CSU geworden waren. «Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern», twitterte er damals. Habeck bedauerte, dass er sich «unbewusst auf die polemische Art von Twitter eingestellt» habe. (crb)

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