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Roger Köppel in Chemnitz neben Neonazi fotografiert: «Habe mich vor Ort informiert»

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Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tagen hat es in Chemnitz eine Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch eine grosse AfD-Kundgebung gegeben. An beiden Kundgebungen beteiligten sich am Samstag mehrere tausend Menschen.
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Rund 6000 Teilnehmer verzeichneten die Demonstrationszüge von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz".
Die Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" wurde um 19 Uhr aufgelöst, weil die Bewilligung nur bis dann gültig war.
Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen (Mitte), marschierte an der Spitze des Demonstrationszugs.
Die Polizei beschrieb die Stimmung als spannungsgeladen.
Vereinzelt musste sie eingreifen, weil Rechtsextreme und Linksautonome aufeinander losgingen.
Das Bild zeigt die Verhaftung eines Anhängers der extremen Linken.
Ein Anhänger der linksautonomen Szene.
Es folgen weitere Bilder aus Chemnitz.
Demo gegen die AfD.
Auf dem T-Shirt des Mannes steht auf Arabisch "Keine Nazis".

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tagen hat es in Chemnitz eine Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch eine grosse AfD-Kundgebung gegeben. An beiden Kundgebungen beteiligten sich am Samstag mehrere tausend Menschen.

Keystone

Der Schweizer Politiker und Herausgeber der Weltwoche Roger Köppel wurde vergangene Woche in Chemnitz fotografiert. Brisant: Das Bild zeigt ihn mit Notizblock neben einem verurteilten Neonazi.

Auf Twitter erhält Köppel dafür harsche Kritik. Michael Sorg, Co-Generalsekretär der SP, schreibt in einem Tweet sogar, Köppel sei mit Neonazis «Seite an Seite» marschiert. Viele Nutzer der sozialen Plattform glauben ebenfalls, dass Köppel nicht als Journalist, sondern als Sympathisant in Chemnitz mitgelaufen sei.

Im Gespräch mit «20 Minuten» verteidigt sich Köppel, er sei nur als Journalist vor Ort gewesen: «Das Thema ist interessant und relevant. Deshalb informierte ich mich vor Ort. Ich habe mit allen geredet, links bis rechts, einer hat sich sogar als rechtsextrem bezeichnet.»

Der SVP-Nationalrat gibt zwar zu, dass sich in Chemnitz durchaus Personen aus der Neonazi-Szene getroffen hätten, diese würden aber von den deutschsprachigen Medien zu stark gewichtet.

«Natürlich waren bei dem Umzug auch Rechtsextreme darunter, üble Typen. Die überwiegende Mehrheit waren ganz normale Menschen, die gegen die Asylkriminalität und gegen die abgehobene Politik in Berlin demonstrierten», so Köppel zur Zeitung.

Auch von Spiegel-Online-Redaktorin Melanie Amann erhält Köppel Unterstützung. Der Notizblock und der Stift würden ganz klar darauf hindeuten, dass er als Journalist und nicht als Neonazi-Sympathisant mitgelaufen sei.

(leo)