Russland-Affäre

Russische Anwältin packt aus: So lief ihr Treffen mit Donald Trump Jr.

US-Präsidentensohn Donald Trump Jr. sieht sich mit neuen brisanten Angaben zu seinen Russland-Kontakten im Wahlkampf konfrontiert. Eine russische Anwältin berichtete am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg über brisante Details ihres Treffens mit Trump Jr. im Juni 2016.

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Der älteste Sohn von US-Präsident Trump ist wegen der Russland-Affäre von einem Senatsausschuss befragt worden. In einer vorbereiteten Stellungnahme für die Sitzung ging Donald Trump Jr. ausführlich auf ein umstrittenes Treffen mit einer russischen Anwältin ein. (Archivbild)
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Russische Anwältin packt über Treffen mit Trump Junior aus.
An dem Treffen sollen auch Trumps Schwiegersohn und Chefberater Jared Kushner...
sowie der Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort teilgenommen haben.

Der älteste Sohn von US-Präsident Trump ist wegen der Russland-Affäre von einem Senatsausschuss befragt worden. In einer vorbereiteten Stellungnahme für die Sitzung ging Donald Trump Jr. ausführlich auf ein umstrittenes Treffen mit einer russischen Anwältin ein. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/RICHARD DREW

Dieser habe ihr damals einen Deal vorgeschlagen: Wenn Russland kompromittierende Informationen über die Demokratin Hillary Clinton vorlege, könnte eine Regierung Trump nach einem Wahlsieg die Russland-Sanktionen des US-Kongresses im Sinne Moskaus prüfen.

Die russische Anwältin Natalia Weselnizkaja ging nach eigenen Angaben mit zwei Zielen in das Treffen mit Trump Jr. und weiteren Mitarbeitern des damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump: Sie habe potenziell belastende Materialien über Trumps Gegenkandidatin Clinton anbieten wollen und sie habe für eine Aufhebung eines 2012 erlassenen Gesetzes mit Sanktionen gegen Russland werben wollen, sagte sie nun zu Bloomberg.

Trump Jr. habe sich offen für eine Zusammenarbeit gezeigt, sagte Weselnizkaja. Mit Blick auf das Sanktionsgesetz habe er gesagt: "Wenn wir an die Macht kommen, können wir auf die Angelegenheit zurückkommen und schauen, was wir tun können."

Im Gegenzug habe er explizit um schriftliche Belege über illegale Wahlkampffinanzierung zugunsten Clintons gebeten. Sie habe dann aber entgegnet, dass sie solche Belege nicht liefern könne, sagte Weselnizkaja.

Trump Jr. soll demnächst öffentlich vor einem Kongressausschuss aussagen, der möglichen russischen Manipulationen im US-Präsidentschaftswahlkampf nachgeht.

Prominente Akteure rund um die Russland-Affäre:

Michael Flynn, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater von Trump Nur drei Wochen nach Trumps Amtsübernahme am 20. Januar 2017 trat sein umstrittener Sicherheitsberater Michael Flynn zurück. Er hatte mehrere Treffen mit dem russischen Botschafter in den USA während des Wahlkampfs verschwiegen und machte sich in diesem Zusammenhang auch einer Falschaussage schuldig.
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James Comey, entlassener FBI-Chef Comey war als Chef des FBI eine der zentralen Figuren in den Ermittlungen zu den möglichen Verbindungen zwischen Trumps Kampagne und Russland. Trump hat Comney am 9. Mai 2017 entlassen – als die Ermittlungen der Bundespolizei bereits bekannt waren. Für die Gründe seiner Entlassung interessierten sich die Untersuchungs-Ausschüsse des US-Kongresses. Der Verdacht: Mit der Entlassung Comey könnte Trump versucht haben, die Ermittlungen des FBI zu behindern.
Robert Mueller, Sonderermittler Weniger als eine Woche nach der Entlassung Comeys setzt das US-Justizministerium am 17. Mai 2017 den weitum respektierten, ehemaligen FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler ein. Eine unabhängige Untersuchung soll Licht ins Dunkel der Russland-Affäre bringen.
Paul Manafort, Ex-Kampagnenchef Paul Manafort war ein Kampagnen-Berater und Lobbyist mit langjähriger Erfahrung in Washington, als ihn Trump im April 2016 zu seinem Wahlkampfchef ernannte. Im August 2016 trat Manafort zurück. Medienberichte hatten zuvor über seine langjährige Tätigkeiten als politischer Berater im Ausland berichtet. Manafort war unter anderem für pro-russische Politiker in der Ukraine tätig.
Carter Page, Wahlkampfberater Trumps Carter Page (46) ist Berater der Öl-Industrie und hat auch das Team Trump im Wahlkampf beraten. Er hatte Kontakte nach Russland - auch finanzielle. In Moskau arbeitete er als Investmentbanker. Als dies alles öffentlich wurde, liess Trump ausrichten, Page habe "keine Rolle" gespielt. Gemäss der Washington Post ermittelt das FBI bereits seit Sommer 2016 wegen Pages Russland-Kontakten. Die Geheimdienste verdächtigten ihn, ein Spion Russlands zu sein.

Michael Flynn, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater von Trump Nur drei Wochen nach Trumps Amtsübernahme am 20. Januar 2017 trat sein umstrittener Sicherheitsberater Michael Flynn zurück. Er hatte mehrere Treffen mit dem russischen Botschafter in den USA während des Wahlkampfs verschwiegen und machte sich in diesem Zusammenhang auch einer Falschaussage schuldig.

EPA

Beim Treffen mit der russischen Anwältin, das bereits vor Monaten bekannt wurde, hatte er sich auf ein potenzielles rechtliches Minenfeld begeben: Die Annahme von ausländischer Hilfe für eine US-Wahlkampagne ist nach Angaben vieler Experten unter Umständen strafbar.

Anfang September hatte Trump Jr. bei einer Befragung hinter verschlossenen Türen vor dem Ausschuss bestätigt, dass er bei dem Treffen mit der russischen Anwältin Informationen über Clinton einholen wollte. Dieses Treffen habe aber zu nichts geführt.

Die Affäre um die mutmasslichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps im Wahlkampf und eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams in diese Interventionen setzt dem Präsidenten seit seinem Amtsantritt im Januar schwer zu. Sie wird von mehreren Kongressausschüssen sowie einem vom Justizministerium eingesetzten Sonderermittler untersucht.