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Prinz Philip wird 97 Jahre alt

Der Duke of Edinburgh wird 97 Jahre alt. Der Gemahl der britischen Königin machte nicht immer alles richtig – dafür ist er bei den Briten umso beliebter.
Balz Bruder
Prinz Philip, Duke of Edinburgh. (Bild: Getty (London, 11. Juli 2017))

Prinz Philip, Duke of Edinburgh. (Bild: Getty (London, 11. Juli 2017))

Wer hätte damals, im Sommer 1921, gedacht, dass das auf einem Küchentisch in der Villa Mon Repos auf Korfu geborene Kind 97 Jahre später als Duke of Edinburgh an der Seite einer englischen Königin Geburtstag feiern würde? Nein, darauf deutete in diesem Moment in der Tat nicht viel hin. Im nachmaligen Prinzen Philip wallte als Mitglied des griechischen Königshauses zwar blaues Blut. Dass es den Enkel von König Georg I. nach dem Militärputsch gegen das Königshaus und der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Grossbritannien verschlug, war dagegen nicht einem genialen Plan geschuldet.

Es war nach schwierigen Jugendjahren mit familiären Wirren um die psychisch kranke Mutter und den abwesenden Vater vielmehr eine glückliche Fügung des Schicksals. Jedenfalls lernte der Kadett in Britannien mit Lilibeth die Liebe seines Lebens kennen. Später diente Philip im Zweiten Weltkrieg auf dem Schlachtschiff HMS Valiant, ehe er zwei Jahre nach dem Kriegsende die damalige Prinzessin und Thronfolgerin heiratete. Aus dem Prinzen von Griechenland wurde 1947 schlagartig ein Mountbatten.

Mit den Jahren und Jahrzehnten verwandelte sich der adlige Militär zum dienstältesten Prinzgemahl. Wobei der Duke of Edinburgh – in jüngerer Vergangenheit häufiger Gast im King Edward VII Hospital – vor knapp einem Jahr seinen letzten öffentlichen Auftritt absolvierte. Der berühmte Schritt hinter Elizabeth II war dabei nicht nur eine protokollarische Notwendigkeit, sondern auch sichtbares Zeichen dafür, wer im Buckingham Palace den Takt angibt. Das Gute am Leben mit dem «step behind»: Philip konnte sich im Schatten des Pflichtbewusstseins seiner Gemahlin ausgiebig seinen Leidenschaften widmen – Jagd und Polo, aber auch Garten und Helikopterfliegerei. Das war in jüngeren Tagen, sollte aber keinesfalls davon ablenken, dass Philip bis vor kurzem jährlich weit über 100 offizielle Verpflichtungen wahrnahm. Seine Beliebtheit stand und steht jener seiner Frau in keiner Weise nach. Die eigene Erinnerung an einen Besuch der New Forest and Hampshire County Show dämmert auf, als sich Königin und Prinzgemahl an der bodenständigen Landwirtschaftsschau ebenso würdig wie volksnah den Weg durch das begeisterte Publikum bahnten. Hunderte Hände wurden geschüttelt, Dutzende heiterer Grussformeln ausgetauscht.

Dass der Prinzgemahl zuweilen übers Ziel hinausschiesst – auch das gehört zu seinen Markenzeichen. Und macht ihn nicht weniger populär. Auf Reisen nach China, Papua-Neuguinea oder Nigeria litt die «political correctness» arg. Nicht zu reden vom Besuch beim ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, den er 1997 an der Hannover Messe mit «Guten Tag, Herr Reichskanzler!» begrüsste. Dabei hätte er es durchaus besser gewusst. Seine Mutter war Prinzessin Alice von Battenberg aus dem Geschlecht der Grossherzöge von Essen. Und Philip selbst war Schüler der Eliteschule Schloss Salem am Bodensee. Aber das ist lange her. Jedenfalls näher bei der Küchentischgeburt auf Korfu als bei den Salutschüssen, die morgen für HRH Prinz Philip abgefeuert werden.

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