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SAN BERNARDINO: Blutbad von San Bernardino als Terrorakt gewertet

Nach der Schiesserei von San Bernardino in Kalifornien ermittelt die US-Bundespolizei wegen Terrorismus. Die beiden Schützen - ein Ehepaar - hatten dort 14 Menschen ermordet, bevor sie selbst von der Polizei getötet wurden. Tat und Motiv geben aber weiter Rätsel auf.
Die selbstgemachte Gedenkstätte soll an die Opfer der Schiesserei von San Bernardino erinnern. (Bild: AP Photo/ Jae C. Hong)

Die selbstgemachte Gedenkstätte soll an die Opfer der Schiesserei von San Bernardino erinnern. (Bild: AP Photo/ Jae C. Hong)

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärte am Samstag über ihren Radiosender Al-Bajan, «zwei Unterstützer» hätten den Anschlag verübt. Die Täter wurden aber nicht als Mitglieder oder wie ansonsten häufig üblich als «Soldaten des Kalifats» bezeichnet.

Die Bundespolizei (FBI) geht davon aus, dass es sich bei dem Blutbad von Mittwoch um einen Terrorakt handelte. Das sagte der stellvertretende FBI-Direktor von Los Angeles, David Bowdich, am Freitag (Ortszeit) am Tatort. Eine direkte Verbindung der Tat zur IS-Terrormiliz sei zunächst nicht festgestellt worden.

«Wir haben solche Hinweise derzeit nicht», teilte FBI-Direktor James Comey in Washington mit. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass die Täter Teil einer Gruppe gewesen seien. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sie vom internationalen Terror inspiriert worden seien.

Nach Medienberichten soll die aus Pakistan stammende Frau dem IS in einem Facebook-Beitrag Gefolgschaft versprochen haben. Einem Facebook-Sprecher zufolge wurde das entsprechende Profil mit dem Eintrag inzwischen entfernt, wie die «Los Angeles Times» berichtete.

Gemeinsam mit ihrem Mann hatte die Frau am Mittwoch in der Sozialeinrichtung in San Bernardino 14 Menschen erschossen und 21 weitere verletzt. Die 14 Todesopferwaren zwischen 26 und 60 Jahre alt. Das schwer bewaffnete Ehepaar wurde auf der Flucht von der Polizei erschossen.

Angehörige erstaunt

Die Angehörigen des Mannes wussten nach Angaben ihrer Anwälte nichts von angeblichen Verbindungen zu Terrorgruppen. Sie hätten keinerlei Anzeichen für extremistische Ansichten gesehen, sagte der Anwalt David Chesley am Freitag in Kalifornien.

Die Familie, darunter zwei Schwestern und der Bruder von Farook, seien von der Bluttat total schockiert gewesen. Die Familie und die Anwälte würden eng mit dem FBI kooperieren.

Angehörige von Farooks Frau und Sicherheitskreise in Islamabad berichteten, Malik stamme aus einer sunnitischen Familie in der pakistanischen Provinz Punjab. Diese habe sich zunehmend radikalisiert, vor allem nachdem die Familie dem Vater nach Saudi-Arabien gefolgt sei, sagte ein Onkel der Nachrichtenagentur dpa.

Malik wurde von den Anwälten als «fürsorgliche Hausfrau» beschrieben. Sie habe eine Burka getragen und traditionell gelebt. Die Geschwister von Farook hätten sonst nicht viel über sie gewusst. Farooks Mutter lebte im Haus der Eheleute. Das Paar hatte eine gemeinsame, erst sechs Monate alte Tochter.

TV-Teams im Haus der Attentäter

Für Verwunderung und Kritik in den USA sorgte, dass Reportern und Fernsehteams am Freitag erlaubt wurde, in der Wohnung des Ehepaars zu filmen und in den Sachen zu stöbern. Fernsehzuschauer reagierten empört, dass persönliche Gegenstände, Fotos und Kleidung von Farook und Malik gezeigt und dadurch mögliche Beweise zerstört wurden.

Der Vermieter hatte den Kamerateams Zutritt zu der Wohnung gewährt. Einer der Journalisten soll ihm dafür 1000 Dollar bezahlt haben. Eine FBI-Sprecherin sagte dem Sender CNN, die Spurensicherung in der Wohnung sei abgeschlossen.

Präsident Barack Obama mahnte erneut schärfere Waffengesetze an. Das Attentat in San Bernardino sei eine weitere «tragische Erinnerung» daran, «dass es hier in Amerika für gefährliche Leute viel zu einfach ist, an Waffen zu kommen», sagte er in seiner wöchentlichen Radioansprache.

sda

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