Megasturm «Sandy»
«Sandy» fordert schon 27 Todesopfer - Obama ruft Notstand aus

Der Wirbelsturm "Sandy", der am Montagabend in New Jersey auf die US-Ostküste getroffen ist, hat in der dicht besiedelten Region immense Schäden angerichtet. In den USA und in Kanada sind mindestens 27 Personen wegen des Sturms ums Leben gekommen.

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Sturm Sandy trifft in den USA auf Land
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Zwischen 80 und 100 Häuser wurden beim Grossbrand im New Yorker Stadtteil Queens zerstört.
In Kanada muss dank des Sturmes ein riesiger Baum zersägt und abtransportiert werden
Ein umgefallener Baum am East Broadway in Manhattan.
Feuerwehrmänner sind mit einem Brand in Lindenhurst, N.Y., beschäftigt.
Die entstandenen Schäden am Breezy Point in New York sind riesig.
Ein Mann steht in New York vor seinem völlig zerstörten Haus
Die 72-jährige Elaine Belviso musste von ihrem überfluteten Zuhause in Babylon, NY, gerettet werden
In New Jersey sind viele Boote gestrandet.
Das Warnschild am Stand ist fast vollständig begraben
Eine Frau wird von Rettungskräften ins sichere Fahrzeug gehievt
Überflutete Strassen vor der Skyline New Yorks.
Der Eingang zur Metrostation Battery Park in New York ist nicht mehr zugänglich.
Die Untergrundtunnel in New York stehen unter Wasser
Der Brand am Breezy Point in New York hat mehr als 80 Häuser zerstört.
Schäden des Grossbrandes in Queens NY sind deutlich
Die Strassen stehen unter Wasser
An den Flughäfen gibts Chaos, wegen den Tausenden von abgesagten Flügen
Die Metrostationen in New York werden geflutet.
Die Rettungskräfte geben ihr Bestes
Hurrikan Sandy richtet Zerstörung an
Viele Stassen sind geflutet
Überflutete Strassen unter der Manhatten Bridge.
Einem Haus in New York wurde die ganze Fassade weggerissen
Die Stadt wird überflutet
Die Wassermassen fluten die Stadt
Hier flutet das Wasser einen Tunnel in Brooklyn
Notbetten für die evakuierten Personen
Autos stehen unter Wasser
Stadtteile sind überschwemmt
Wasser flutet eine den Ground Zero.
Autos stehen unter Wasser
Wellen bei Cape May, NY
Superstorm «Sandy» in Chambersburg, Pennsylvania
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
Superstorm Sandy schlägt erste Wellen Seaside Park in Bridgeport, Connecticut
Der Sturm bringt dunkle Wolken über das Empire State Building

Sturm Sandy trifft in den USA auf Land

Keystone

Der TV-Sender Fox News sprach sogar von 33 Toten. Allein in der Millionenmetropole New York starben nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg zehn Menschen. Bloomberg sprach am Dienstag auf einer Medienkonferenz von dem vielleicht schlimmsten Sturm, den New York je erlebt hätte.

In mehr als acht Millionen Haushalten in insgesamt 18 Bundesstaaten fiel der Strom aus, wie das US-Energieministerium am Dienstag mitteilte. Es könnte bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist.

Der Sturm zog nach seinem Auftreffen auf die Küste in abgeschwächter Form weiter ins Landesinnere. Das nationale Hurrikanzentrum warnte weiter vor schweren Stürmen, Überschwemmungen und kündigte starken Schneefall für West Virginia an. Das Schlimmste ist laut Meteorologen jedoch vorbei.

Präsident Obama erklärte Teile der Bundesstaaten New York und New Jersey zu Katastrophengebieten. Mit dieser Massnahme gibt die US-Regierung zusätzliche Hilfsgelder für betroffene Bürger sowie für Hilfsorganisationen, Firmen und lokale Behörden frei.

Riesige Sturmschäden in New York

In New York richteten die Ausläufer des Sturms mit einer 1000 Kilometer breiten Front Milliardenschäden an. An der Südspitze Manhattans stieg das Wasser etwa 4,30 Meter über den normalen Wasserstand - gut einen Meter höher als der bisherige Rekordstand von 1960.

An Hunderten Stellen waren Stromleitungen beschädigt. Eine Explosion in einem Umspannwerk in der New Yorker Lower East Side verschärfte die Lage noch weiter. Wegen der Überschwemmungen haben viele Menschen in New York kein Wasser.

Die US-Börsen blieben auch am Dienstag geschlossen, weil die Händler wegen des stillstehenden Verkehrs nicht zur Arbeit kommen konnten.

AKW-Pannen und Dammbruch

Als Folge des Wirbelsturms wurden im Bundesstaat New Jersey zudem mehrere Atomreaktoren vom Netz genommen. Betroffen seien die Reaktoren Salem 1 in Hancocks Bridge, Nine Mile Point 1 in Scriba und Indian Point 3 in Buchanan, teilte die Atomaufsichtsbehörde NRC am Dienstag mit.

Der älteste Reaktor des Landes, Oyster Creek, war bereits vor dem Sturm abgeschaltet worden. Im Kühlwasser-Reservoir des Kraftwerks sei der Wasserstand durch die reguläre Flut, die Windrichtung und das Hochwasser deutlich gestiegen. Alle Reaktoren seien weiter in einem sicheren Zustand, hiess es.

Die Schäden durch "Sandy" dürften sich nach Experteneinschätzung auf bis zu 20 Milliarden US-Dollar belaufen. Damit wäre "Sandy" eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA.

Das richtete Sandy in den USA und Kanada an. Der Ticker zum Nachlesen:

17.37 Uhr: US-Börse NYSE will am Mittwoch trotz "Sandy" wieder öffnen

Nach zwei Tagen Handelspause wegen des Wirbelsturms "Sandy" will die New Yorker Börse NYSE Euronext am Mittwoch wieder öffnen. Es werde allerdings auch ein Alternativ-Plan geprüft, aber "nur für den Fall der Fälle", hiess es. Geplant sei ein ganz normaler Handelstag, erklärte der Betreiber. Der Hurrikan "Sandy" legt seit Montag die New Yorker Börsen teilweise lahm. Der Börsenbetreiber NYSE Euronext entschied, dass der Parketthandel ausgesetzt wird. Auch der Nasdaq bleibt wegen des aufziehenden Hurrikans geschlossen. (sda)

17.03 Uhr: Wie stark wird der Supersturm «Sandy» den US Wahlkampf beeinflussen? Sowohl Obama, als auch Mitt Romney haben am Montag und Dienstag ihre Termine anlässlich des Wahlkampfes wegen des Sturmes abgesagt. Romney will zwar einen Termin in Ohio wahrnehmen, doch angeblich geht es vor allem um Hilfe für die Opfer von «Sandy». Jetzt hat Präsident Obama auch seine Kampagnen-Events für den Mittwoch abgesagt, sagt das Weisse Haus.

16.44 Uhr: Mindestens 26 Menschen sind dem Sturm in den USA zum Opfer gefallen, aktualisiert jetzt CNN.

Bäumschlägen sind mehrere Amerikaner zum Opfer gefallen.

Bäumschlägen sind mehrere Amerikaner zum Opfer gefallen.

Keystone

16.38 Uhr: New Yorker Bürgermeister Bloomberg zum städtischen Trinkwasser: «Es ist völlig sicher, davon zu trinken.» Sie hätten zusätzliches Chlor hinzugefügt als Vorsichtsmassnahme. Als Scherz fügt er an, das Wasser auf den überfluteten Strassen jedoch bitte nicht zu trinken.

16.34 Uhr: «Der Sturm hat das Gebiet New Yorks verlassen, aber es ist immer noch gefährlich draussen», informiert der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, an einer Pressekonferenz über den aktuellsten Stand. Unterstützung hätten nun vor allem diejenigen, die ihr Zuhause verloren haben. 76 Notunterkünfte gibt es dafür in der Stadt. Das Feuer in Queens ist inzwischen unter Kontrolle. Der Bürgermeister betont, dass die grossen Schäden nicht einfach über Nacht repariert werden können. Priorität wären im Moment, das U-Bahnsystem wieder zugänglich zu machen und die Elektrizitätszufuhr wiederherzustellen. 60'000 New Yorker sind momenten ohne Strom. Trotz der Todesopfer ist Bloomberg optimistisch: «Wir sind besser durch diesen Sturm gekommen als gedacht.» Stadtsangestellte werden gebeten zum Dienst zu kommen, falls sie sicher zur Arbeit kommen können. Die Schulen bleiben heute und morgen vorerst geschlossen.

Der Bürgermeister warnt weiter, wenn Stromleitungen herabhängen, bloss nicht in die Nähe dieser zu gehen. Ein Todesopfer starb früher am heutigen Tage, weil es in eine Pfütze getreten war, in die eine Stromleitung hing. Auch Parks sollen nicht betreten werden. Bäume sind im Moment eine grosse Gefahrenquelle.

15.31 Uhr: Das Amerikanische Rote Kreuz twittert: Fast 11'000 Menschen haben die Nacht in Notunterkünften des Roten Kreuzes verbracht.

Viele Menschen schliefen in Notunterkünften des Roten Kreuzes.

Viele Menschen schliefen in Notunterkünften des Roten Kreuzes.

Keystone

15.02 Uhr: «Sandy» zieht weiter gegen Norden. Nur langsam schwächt er sich ab: Nach wie vor gibt es am Dienstag Windgeschwindigkeiten von knapp 100 Stundenkilometern, so CNN. Zunehmend falle auch Schnee. Seit Montagabend ist «Sandy» laut Nationalem Hurrikan-Zentrum nur noch ein Sturm mit sehr hohen Windgschwindigkeiten, kein Hurrikan mehr.

14.58 Uhr: Wegen «Sandy» sind in den USA zwei Atomreaktoren abgeschaltet worden. Bei dem einen Reaktor in Hancocks Bridge am Delaware River (Bundesstaat New Jersey) seien vier der sechs Wasserkreislaufpumpen ausgefallen, berichtet sda. 50 Kilometer nördlich von New York wurde ein Reaktor des Atomkraftwerks Indian Point heruntergefahren, wie die Betreiberfirma Entergy über Twitter mitteilte. Grund seien «Probleme des externen Stromnetzes». Es bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit.

14.39 Uhr: Sieben Millionen Amerikaner sind derzeit ohne Strom, twittert CNN. Im Bundesstaat West Virginia werden nur die wichtigsten Staatsangestellten gebeten, heute zu arbeiten. Alle Schulen bleiben geschlossen.

13.42 Uhr: 15'500 Flüge wurden bis jetzt wegen «Sandy» abgesagt, gemäss FlightStats.com. Die drei grossen Flughäfen New Yorks blieben Dienstagmorgen geschlossen. Fluggesellschaften hoffen, bis Mittwoch Nachmittag den Flugverkehr wieder aufnehmen zu können. Es wird mehrere Tage dauern, die Passagiere alle auf andere Flüge umzubuchen, berichtet die New York Times.

13.39 Uhr: Gouverneur von Bundesstaat Connecticut Dan Malloy hat das Reiseverbot aufgehoben. Er rät aber zu klugem Menschenverstand: Sind die Strassen nicht passierbar, sollte nicht versucht werden, durchzufahren.

13.04 Uhr: Berichten des National Hurricane Centers zufolge, wandert der Sturm weiter nach Westen in Richtung Pennsylvania. Der Sturm wird zwar immer schwächer, kann aber immer noch Überflutungen verursachen.

13.01 Uhr: Der Grossbrand in New York in Queens Beach ist immer noch nicht völlig unter Kontrolle, Stand von Dienstagmorgen. Sprecher der Feuerwehr Danny Glover berichtet: «Der Wind, der das Feuer von Haus zu Haus bläst, erschwert unsere Arbeit sehr. Die andere grosse Schwierigkeit ist an brauchbare Wasserquellen zu kommen.» Meerwasser kann die Feuerwehr nicht brauchen.

Der Brand am Breezy Point in New York hat mehr als 80 Häuser zerstört.

Der Brand am Breezy Point in New York hat mehr als 80 Häuser zerstört.

Keystone

12.23 Uhr: Ein weiteres Todesopfer aus den USA wird von CNN gemeldet. Damit steigt die Zahl von heute auf 17. Ausserdem wurden mehrere Schneesturmwarnungen für West Virginia herausgegeben.

11.53 Uhr: Ein abgebrochener Kran baumelt in New York immer noch über der West 57th Street. Schlimmste Befürchtungen sind natürlich die Gefahr, dass die Stahlmassen ganz abbrechen könnten. Man ist dabei, Möglichkeiten zu finden, den Baukran zu sichern.

Der Baukran baumelt noch immer gefährlich.

Der Baukran baumelt noch immer gefährlich.

CNN

11.34 Uhr: US-Präsident Obama ruft den Notstand für die Städte Washington und New York aus, sowie für die Bundesstaaten Maryland, Massachusetts und Delaware. Das teilte das Weisse Haus in Washington mit. Die Entscheidung ermöglicht es den vom Sturm Betroffenen, Bundesgelder zu beantragen, etwa für den Wiederaufbau ihrer Häuser oder für die Unterbringung in Ersatzwohnungen.

11.04 Uhr: Die Gesamttodeszahl ist laut aktuellem Stand von CNN 83. 67 davon sind dem Sturm in der Karibik zum Opfer gefallen. In den USA 15, und in Kanada ist es 1 Todesopfer.

10.40 Uhr: Drei Städte im Bundesstaat New Jersey sind betroffen von einem Dammbruch. Lokale Behörden sind beschäftigt mit Rettungsaktionen.

10.23 Uhr: Schätzungsweise ein Viertel der Einwohner von New Jersey stehen im Moment ohne Elektrizität da. Diese Region ist von den Stromausfällen am schlimmsten betroffen.

10.02 Uhr: Kommt nach dem Sturm und den Fluten die Ratteninvasion? Das gesamte U-bahn-System von New York ist voll von den Nagetieren. Wenn die Metro nun mit Wasser voll läuft, ist die Frage, wo die Ratten hinflüchten werden. Befürchtungen sind: Ins Trockene, vielleicht sogar in trockene Wohnungen.

9.42 Uhr: Atlantic City hat allen Einwohnern empfohlen, bis auf Weiteres ihr Wasser abzukochen.

9.28 Uhr: Ein riesiges Feuer ist im New Yorker Stadtteil Queens ausgebrochen. Mehr als 50 Häuser stehen in Flammen. Fast 200 Feuerwehrmänner sind verzweifelt daran, den Brand unter Kontrolle zu bringen. NBC News bietet den Livestream.

9.12 Uhr: «Sandy» hat die New Yorker Metro völlig mit Wasser geflutet. Die Behörden sprechen von äusserst aufwendigen Pumparbeiten, um das Wasser wieder wegzubekommen. «Es ist die schlimmste Katastrophe in der Geschichte der Metro», sagt Metro-Chef Joseph J. Lhota.

Die Metrostationen in New York werden geflutet.

Die Metrostationen in New York werden geflutet.

Keystone

8.45 Uhr: 215 Patienten mussten aus dem Spital N.Y.U. Langone evakuiert werden, wie CNN berichtet. Die Not-Energieversorgung des Spitals ist zusammengebrochen. Die Patienten werden in umliegende Spitäler gebracht.

Der Sturm «Sandy» hat an der Ostküste der USA und in Kanada bis zum frühen Dienstagmorgen mindestens 16 Menschen das Leben gekostet. Das meldet der Nachrichtendienst sda. Die Todesopfer wurden aus New Jersey, New York, Maryland, North Carolina, West Virginia, Pennsylvania und Connecticut gemeldet.

Einige der Opfer wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. In Toronto wurde eine Frau von einem herabstürzenden Schild tödlich verletzt.

Mindestens 6,2 Millionen Menschen waren in der Region ohne Strom. Nach Angaben des Stromversorgers Consolidated Edison könnte es bis zu einer Woche dauern, bis alle Verbraucher wieder am Netz sind.

Im New Yorker Universitätsspital Tisch mussten mehr als 200 Patienten in andere Kliniken verlegt werden, nachdem dort das Notstromaggregat ausgefallen war.

Die Schäden durch den Sturm wurden auf zehn bis 20 Milliarden Dollar geschätzt. Damit wäre «Sandy» eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA.