Sarkozy und Hollande geben sich entspannt

In Frankreich hat die zweite und entscheidende Runde der Präsidentschaftswahl begonnen. 44,5 Millionen Wähler sind heute aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Betont entspannt haben die Kandidaten François Hollande und Nicolas Sarkozy abgestimmt.

Drucken
Teilen
Nicolas Sarkozy mit seiner Frau Carla Bruni nach der Stimmabgabe in Paris, 6. Mai 2012. (Bild: Keystone / EPA)

Nicolas Sarkozy mit seiner Frau Carla Bruni nach der Stimmabgabe in Paris, 6. Mai 2012. (Bild: Keystone / EPA)

(sda/afp/dapd/dpa)

Jovial lächelnd, Hände schüttelnd und Küsschen verteilend erschien Hollande gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler in einem öffentlichen Gebäude seines Wahlkreis Tulle in Zentralfrankreich.

Während sie in der Wahlkabine verschwand, genoss er sichtlich die aufmunternden Worte seiner Anhänger. Bei der Stimmabgabe liess er sich ausgiebig fotografieren und signierte ein Hochzeitsfoto, das ihm eine Wählerin reichte. Strahlend und demonstrativ gut gelaunt suchte er anschliessend das Bad in der Menge.

Auch sein Kontrahent, der um ein zweites Mandat kämpfende Präsident Nicolas Sarkozy, zeigte sich demonstrativ lächelnd bei der Stimmabgabe am Mittag. Er wählte im vornehmen 16. Pariser Arrondissement in Begleitung seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy.

Wie auch Hollande genoss er sichtlich die Ermunterungen seiner Anhänger, bevor er seinen Stimmzettel in die Urne gleiten liess. Beide Kandidaten vermieden jede öffentliche Erklärung nach der Stimmabgabe.

Hollande ist Favorit

Hollande ist klarer Favorit: Die Umfragen sehen ihn mit bis zu 53,5 Prozent vor Sarkozy mit bis zu 47,5 Prozent. Die erste Runde am 22. April hatte Hollande mit weniger als zwei Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.

Mit dem Versprechen einer Wachstumspolitik will Hollande den Élysée-Palast für die Sozialisten zurückerobern. Er wäre der erste sozialistische Präsident seit François Mitterrand, der von 1981 bis 1995 französischer Staatschef war.

Sarkozy gibt sich zuversichtlich

Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gab sich trotz seines Rückstands bis zuletzt zuversichtlich. Mit dem Aufruf, Frankreich stehe vor einer Schicksalsentscheidung und Hollandes Wahlversprechen würden das Land in die Krise stürzen, versuchte er die Franzosen zu mobilisieren.

Die Amtszeit Sarkozys endet am 15. Mai um Mitternacht. Hollande hatte für den Fall eines Erfolgs eine Amtsübernahme an diesem Tag angekündigt. Dann will der Sozialist auch bekanntgeben, wer neuer Regierungschef wird.

Erste Prognosen über den Ausgang werden am späten Nachmittag erwartet: Französischsprachige Medien aus Belgien und der Schweiz haben angekündigt, auf ihren Internetseiten noch vor 18 Uhr die ersten Umfrageergebnisse zu veröffentlichen. In Frankreich ist die Publikation vor Schliessung der Wahllokale um 20 Uhr verboten.