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Saudi-Arabien lässt Zivilisten verenden

Die saudische Koalition bombardiert Trinkwasseranlagen und Lagerhäuser in der Hafenstadt Hodeida. Und provoziert damit den Ausbruch einer weiteren todbringenden Cholera-Epidemie.
Michael Wrase, Limassol
Ein Arzt untersucht mit Cholera infizierte Kinder in einem Spital in Jemens Hauptstadt Sanaa. (Bild: Mohammed Mohammed/Keystone (Sanaa, 31. Juli 2018))

Ein Arzt untersucht mit Cholera infizierte Kinder in einem Spital in Jemens Hauptstadt Sanaa. (Bild: Mohammed Mohammed/Keystone (Sanaa, 31. Juli 2018))

Selten war der Aufschrei der im Jemen arbeitenden internationalen Hilfsorganisationen so gross wie am Donnerstag dieser Woche: Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien dominierten «Koalition» hatten bei zwei massiven Luftangriffen mehrere Lagerhäuser mit Lebensmitteln und Chemikalien zur Wasseraufbereitung sowie eine Trinkwasseranlage in der seit sechs Wochen belagerten jemenitischen Hafenstadt Hodeida getroffen. Fast 30 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Es seien Angriffe auf «Systeme und Einrichtungen» gewesen, die «wesentlich für die Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung sind», empörte sich das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef). Das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) beschrieb die entsetzlichen Folgen der Angriffe.

Da sowohl die Kämpfe am Boden als auch die Luftangriffe die Trinkwasserversorgung und die Hygiene stark beeinträchtigten, müsse jetzt mit einer erneuten Ausbreitung der Cholera-Epidemie in dem Bürgerkriegsland gerechnet werden, warnte die OCHA-Beauftragte Lisa Grande. «Nur noch ein Luftangriff», fügte sie in einem Rundfunkinterview hinzu, «und der Jemen könnte vor einer nicht mehr aufzuhaltenden Epidemie stehen.» Beim bisher grössten Cholera-Ausbruch der modernen Geschichte im Jemen hatten sich im letzten Jahr eine Million Menschen mit der gefährlichen Durchfallerkrankung angesteckt. 2227 Menschen fielen nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation der Seuche zum Opfer.

Bereits vor den verheerenden Luftangriffen der Koalition hatte die Sprecherin der Hilfsorganisation «Save the Children Deutschland», Susanna Krüger, vor einer neuen Cholera-Epidemie im ­Jemen gewarnt. «Für die ausgemergelten Menschen, die weniger Widerstandskräfte haben, wird die Situation immer schwieriger», so Krüger. Für die Durchfallerkrankung besonders anfällig seien Kinder. Täglich würden die lokalen Mitarbeiter der Hilfsorganisation Kinder und Säuglinge ­sehen, die kurz vor dem Tod stünden. Bei ihren seit mehr als drei Jahren andauernden Angriffen habe die saudische Koalition alle wichtigen Strukturen im Jemen «systematisch kaputtbombardiert», sagte Krüger weiter.

Allianz-Sprecher dementiert Luftangriffe

Ein Sprecher der von Saudi-Arabien dominierten Militärallianz hat die von mehreren internationalen Hilfsorganisationen sowie von der UNO bestätigten Luft­angriffe auf Hodeida inzwischen ­dementiert. «Wir haben zur fraglichen Zeit keine Angriffe ge­flogen», sagte Oberst Turki al-Maliki dem Fernsehsender Al Arabija. Verantwortlich für die Zerstörung, behauptete er, seien die Houthi-Milizen, die bekanntlich keine Flugzeuge besitzen. Bei ihrer Kriegsführung im Jemen, so Maliki, halte sich die Koalition strikt an das internationale Recht.

Die meisten Beobachter in dem südarabischen Land bestreiten dies energisch. Allerdings ­seien auch die Houthis für Kriegsverbrechen im Jemen verantwortlich. Die mit dem Iran sympathisierende Miliz werde von einem Teil der Einwohner von Hodeida als «Besatzungsmacht» empfunden.

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