Scharfe Töne zwischen Moskau und London

New York

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Im Konflikt zwischen Russland und Grossbritannien wegen des Giftanschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal wird der Tonfall immer gehässiger. Unterdessen geht es Skripal laut den Ärzten deutlich besser. Der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensia warf London bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Donnerstag mit Blick auf den Propagandaminister im nationalsozialistischen Deutschland «Goebbels-Methoden» vor. Der britische Botschafter in Deutschland, Sebastian Wood, hielt Moskau gestern im Deutschlandfunk wiederum vor, mit Nowitschok-Nervengiften experimentiert zu haben.

Russland spricht von «Propaganda-Krieg»

Nebensia drohte in New York, die Briten spielten mit dem Feuer und würden ihr Vorgehen noch bereuen. Der russische UNO-Botschafter sprach von einem «absurden Theater». «Hätten Sie nicht eine bessere erfundene Geschichte präsentieren können?» Er sprach von einem «Propaganda-Krieg», der gegen sein Land angezettelt werde. Ziel sei es, Russland «zu diskreditieren und zu delegitimieren».

Skripal nicht mehr in kritischem Zustand

Mehr als einen Monat nach dem Giftanschlag geht es dem ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal deutlich besser. Das berichteten seine Ärzte gestern in der südenglischen Kleinstadt Salisbury. «Er spricht gut auf die Behandlung an, seine Gesundheit verbessert sich schnell, und er ist nicht mehr in kritischem Zustand», teilten die Mediziner mit. Die 33-jährige Tochter Julia hatte sich am Donnerstag erstmals seit dem Attentat öffentlich zu Wort gemeldet und von Fortschritten bei ihrer Genesung berichtet. Sie äusserte sich in ihrem von Scotland Yard verbreiteten Schreiben aber nicht zu eventuellen Motiven oder Beobachtungen kurz vor der Tat.

Skripal und seine Tochter waren am 4. März im englischen Salisbury vergiftet worden. London macht Moskau für den Giftanschlag verantwortlich. Russland weist jede Verantwortung zurück. (sda)