Schicksal der Rebellenhochburg Idlib entscheidet sich am Freitag

Ist der Angriff auf Idlib als letzte grosse Rebellenhochburg in Syrien noch aufzuhalten? Die internationale Diplomatie läuft heiss. Das Schicksal wird laut Moskau nach einem Dreiertreffen am Freitag in Teheran entschieden.

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(sda dpa) Die syrische Armee bereitete unterdessen einen Angriff auf die Provinz im Nordwesten des Landes vor. Dort befinden sich neben Zehntausenden Bewaffneten, darunter vielen Extremisten, auch etwa drei Millionen Zivilisten. Idlib ist das letzte grosse Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front.

Das Schicksal der Rebellenhochburg wird sich laut Moskau nach dem Treffen der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei am Freitag in Teheran entscheiden. Dann werde Klarheit über die militärische Lage herrschen, sagte der russische Vizeaussenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Russland und der Iran sind Verbündete der syrischen Regierung, die Türkei stützt die Rebellen.

Erdogan warnt vor Eskalation

Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Situation in Idlib besorgniserregend. Russland berate mit allen seinen internationalen Kontakten über die Lage. Russische Kampfjets hatten am Dienstag eine Reihe von Luftangriffen auf die Region geflogen. Mit heftigen Bombardements aus der Luft wurden in der Vergangenheit Bodenoffensiven auf syrische Rebellenhochburgen vorbereitet.

Rjabkow rechtfertigte einen möglichen Angriff: Anders werde sich Syrien nicht normalisieren. "Unsere westlichen Kollegen verstehen, dass man die Region von Terrorgruppen und Banditen befreien muss", sagte er. Ähnlich äusserte sich auch der Iran.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte derweil vor einer Eskalation der Gewalt. Was in Idlib vor sich gehe, sei "unbarmherzig", sagte er laut türkischen Medien. "Gott bewahre, wenn diese Gebiete mit Raketen beschossen werden, dann gibt es da ein sehr schlimmes Massaker."

Ankara bereitet sich bereits seit Tagen auf einen möglichen Flüchtlingsansturm vor. Die USA drohten, wenn die syrischen Truppen wieder Giftgas einsetzen sollten, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren. Man beobachte die Situation genau, erklärte eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington.