Vorwürfe
Schlinge um Trumps Richter zieht sich zu: Er soll noch eine weitere Frau bedrängt haben

Neue Vorwürfe gegen den mögliche Supreme-Court-Richter: Im Magazin «The New Yorker» erhebt eine ehemalige Mitstudentin schwere Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh.

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Brett Kavanaugh muss um seine Nomination für den das Oberste Gericht fürchten.

Brett Kavanaugh muss um seine Nomination für den das Oberste Gericht fürchten.

KEYSTONE

Nach Christine Blasey Ford hat sich eine zweite Frau mit schwerwiegenden Vorwürfen gegen Brett Kavanaugh an die Öffentlichkeit gewandt. Der erzkonservative Kandidat für das Oberste Gericht der USA soll seine ehemalige Mitstudentin, Deborah Ramirez, an der Universität Yale bedrängt haben.

Der Vorfall soll sich im Schuljahr 1983/84 in einem Studentenheim ereignet haben. Ramirez, die Soziologie und Psychologie studierte, soll mit einer kleinen Gruppe von Studenten ein Trinkspiel gespielt haben und dabei reichlich Alkohol konsumiert haben. Gegenüber «The New Yorker» sagte sie, dass irgendwann jemand mit einem Plastikpenis auf sie gezeigt haben soll. Ramirez erinnert sich, dass sie betrunken auf dem Boden lag und zwei Männer neben ihr standen. Sie identifizierte die zwei Zuschauer, bat das Magazin aber, deren Namen nicht zu veröffentlichen.

Während sie immer noch auf dem Boden lag, entblösste sich die dritte Person vor ihr. «Ich erinnerne mich, dass ein Penis vor meinem Gesicht war. Ich wusste, dass ich das nicht wollte – selbst in diesem Zustand», wird Ramirez zitiert. Sie soll aufgefordert worden sein, das Genital zu küssen. Gemäss eigenen Angaben stiess sie die Person jedoch von sich weg.

Ramirez erinnert sich weiter, dass Kavanaugh zu ihrer Rechten stand und lachend seine Hose hochzog: «Brett hat gelacht. Ich sehe immer noch sein Gesicht und seine Hüften nach vorne kommend, so wie wenn du deine Hose hochziehst.» Zudem soll ein anderer Student geschrien haben: «Brett Kavanaugh hat gerade seinen Penis in Debbies Gesicht gedrückt».

Kavanaugh selber leugnet die Anschuldigungen und hat dazu ein Statement veröffentlicht. «Dieser angebliche Vorfall vor 35 Jahren hat nicht stattgefunden. Die Leute, die mich kannten, wissen, dass dies nicht geschehen ist und sagten dies auch. Das ist eine Schmutzkampagne!». Das Weisse Haus steht ebenfalls zum Republikaner. Es handle sich hierbei um unbestätigte Vorwürfe und einen weiteren Versuch der Demokraten, «einen guten Mann zu zerstören».

Mindestens zwei Büros von demokratischen Senatoren untersuchen momentan die jüngsten Vorwürfe gegen Kavanaugh. «Das ist eine weitere schwerwiegende, glaubwürdige und beunruhigende Anschuldigung gegen Brett Kavanaugh. Dies sollte vollständig untersucht werden», zitiert «The New Yorker» die demokratische Senatorin Mazie Hirono. (vom)