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Schnelles Handeln ist «unumgänglich»: Weltklimarat empfiehlt mehr Gemüse und weniger Fleisch auf dem Teller

Der Weltklimarat legt in Genf einen Sonderbericht über den Zusammenhang von Klimawandel und Landflächen vor.
Barbara Stäbler
Die Landwirtschaft muss laut dem Weltklimarat umweltfreundlicher werden. (Bild: Bernd Wüstneck/DPA / Neubukow, 5. August 2019)

Die Landwirtschaft muss laut dem Weltklimarat umweltfreundlicher werden. (Bild: Bernd Wüstneck/DPA / Neubukow, 5. August 2019)

Im Kampf gegen die Erderwärmung müssen Wälder besser geschützt und die Landwirtschaft klimafreundlicher werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltklimarat IPCC im gestern in Genf präsentierten Sonderbericht über den Zusammenhang von Klimawandel und Landflächen. «Die Landflächen stehen unter einem wachsenden, von Menschen erzeugten Druck», sagte der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Hoesung Lee. Zugleich liege im Umgang mit dem Land auch ein Teil der Lösung der Probleme rund um den Klimawandel.

Umweltschützer und zahlreiche Wissenschafter sehen in dem Bericht den Beleg, dass schnelles Handeln in möglichst vielen Bereichen unumgänglich ist. Die Autoren des Berichts, 107 Forscher aus 52 Ländern, gehen unter anderem davon aus, dass die Zahl, Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren zunehmen werden. In vielen Regionen werden zudem häufiger extreme Regenfälle vorkommen. Zugleich sieht der IPCC Gefahren für die sichere Versorgung mit Lebensmitteln, «da das Ausmass und die Häufigkeit von Extremwetter-Ereignissen, die die Lebensmittelproduktion beeinträchtigen, steigen wird.»

Autoren werben für ausgewogene Ernährung

Derzeit seien rund 820 Millionen Menschen weltweit unterernährt. Laut IPCC leben rund 500 Millionen Menschen in Gebieten, die von Versteppung bedroht sind. Diese Regionen seien umso anfälliger für Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen und Staubstürme. Landverlust durch Klimawandel ist laut Edouard Davin von der ETH Zürich und Leitautor des IPCC-Sonderberichts ein grosses Problem. Etwa durch Wüstenbildung, Bodenerosion sowie den Verlust von Vegetation und das Schwinden des Permafrosts. Laut IPCC geht es nun darum, die Kette der Erzeugung und des Konsums von Nahrungsmitteln zu überdenken.

Die Autoren werben für ausgewogene Ernährung, die verstärkt auf Gemüse, Getreide und tierische Waren aus nachhaltiger Produktion setzt. Die Fleischproduktion belastet das Klima überdurchschnittlich. José Romero, Schweizer IPCC-Delegationsleiter, schrieb in einer Stellungnahme: «Der IPCC-Bericht zeigt, dass nachhaltige Praktiken in der Landwirtschaft mithilfe eines Massnahmenpakets intensiviert und ausgewertet werden müssen.» Er nennt etwa die Einführung von Labels und Normen.

Zudem zeige der IPCC-Bericht, dass der Erhalt der Bodenqualität ein wichtiges Mittel gegen Klimaerwärmung und zugunsten der Biodiversität sei, erklärte der Schweizer Delegationsleiter.

Schweiz ist «auf gutem Weg»

José Romero, Schweizer IPCC-Delegationsleiter, sieht die Schweiz in ihren Bemühungen um eine nachhaltige Landwirtschaft «auf gutem Weg». Als positives Beispiel nennt er die Zahlungen an die Landwirtschaft für die Förderung von Ökosystemdienstleistungen. Er hält fest, dass in der Schweiz ein dauernder Dialog zwischen den Bereichen Umwelt und Landwirtschaft stattfindet, um so für wichtige Probleme wie den Erhalt der Biodiversität und die Wasserqualität Lösungen zu finden. Greenpeace forderte nach der Veröffentlichung des Sonderberichts den Bundesrat auf, eine «echte Lebensmittelpolitik» zu starten. «Weniger Fleisch = weniger Hitze», skandierten Aktivisten in Genf. Auch ein WWF-Vertreter forderte, sich in Richtung nachhaltige Nahrungsmittelproduktion und -verbrauch zu bewegen. (sda)

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