«Erlebnis-Zoo»
Schock-Videos aus Hannover: Tierpfleger traktieren junge Elefanten mit Haken

Versteckt gefilmte Videos aus dem Zoo Hannover zeigen verstörende Szenen: Tierpfleger üben mit jungen Elefanten Kunststücke ein, wenn diese nicht parieren, werden sie mit sogenannten Elefantenhaken traktiert. Der Zoo weist die Vorwürfe zurück.

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Der Zoo im norddeutschen Hannover sieht sich als «Erlebnis-Zoo». Die Elefanten können also nicht einfach bestaunt werden, sie führen ihrem Publikum auch Kunststücke vor. Sie machen Männchen oder balancieren auf drei Beinen.

Die Tierschutzorganisation Peta hat im vergangen Herbst versteckt Videos gemacht, während die Tierpfleger mit den Elefantenkälbern trainierten. Dieses Videomaterial hat Peta der ARD zukommen lassen. Dort gingen die Journalisten der Sache auf den Grund.

Denn: Die Videos zeigen, wie die Zoomitarbeiter die jungen Elefanten unter anderem mit sogenannten Elefantenhaken «erziehen». Wenn ein Tier nicht spurt, wird es gepiekst, gestossen oder geschlagen.

«Das macht mich traurig»

«Der Elefantenhaken wird doch sehr häufig und deutlich eingesetzt. Das macht mich traurig», sagt die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin nach dem Sichten der Videobildern gegenüber dem ARD-«Mainz Report».

Die Journalisten besuchen den Zoo Hannover und konfrontieren den zoologischen Leiter und den Geschäftsführer mit den Videos.

Diese schmettern die Vorwürfe ab: «Das ist ein Führen des Tieres», sagt der zoologische Leiter zum Haken-Einsatz. Einen Schlag will er im Video nicht sehen. Geschäftsführer Andreas Casdorff ergänzt: «Die Übungen müssen sie regemässig machen, weil sie die Tiere trainieren müssen, damit diese im medizinischen Fall auch reagieren.»

Gitter statt Haken

In der Tat trainieren Tierpfleger in europäischen Zoos mit ihren Elefanten, um medizinische Untersuchungen durchführen zu können. Der Trend geht aber in die Richtung, immer weniger Kontakt zu den Tieren zu haben. Im Zoo Heidelberg oder neu auch im Basler Zolli sind die Elefanten gar durch Gitter von den Tierpflegern getrennt.

Fakt ist: Die vermeintlichen Dickhäuter haben alles andere als eine dicke Haut. N24 zitiert Peta und Tierschützerin Carol Buckley von Elephant Aid International: «Durchblutung und Nervenenden liegen nah unter der Oberfläche und es gibt keinen Schutzmantel. Das macht die Tiere extrem schmerzanfällig.» (smo)