Schulz-Zug wird gebremst

Ein Kommentar von unserem Deutschland-Korrespondenten Christoph Reichmuth zur Wahl in Schleswig-Holstein.

Christoph Reichmuth, Berlin
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Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Zum zweiten Mal in Folge gibt es für die SPD einen Dämpfer. In Schleswig-Holstein wurde die von ihr gestellte Regierung abgewählt. Dabei starteten die Genossen verheissungsvoll ins Wahljahr. Mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz überflügelte die Partei in Umfragen zwischenzeitlich sogar die Union von Kanzlerin Angela Merkel. Doch die Hoffnung hat sich zerschlagen, dass die Partei auf einer Euphoriewelle ins Kanzleramt reiten kann.

Doch man sollte die Genossen nicht abschreiben. Die Partei liegt bundesweit mit knapp 30 Prozent gut im Rennen. Aber der Trend zeigt eben auch: Euphorie um einen neuen Kandidaten reicht nicht, um der Kanzlerin Paroli zu bieten. Sie sitzt wieder fester im Sattel.

Das Vertrauen in Merkel hat Gründe: Die Wirtschaft läuft, die Arbeitslosigkeit ist gering. Warum also ein linkes Experiment wagen? Merkel geniesst das Vertrauen als erprobte Krisenmanagerin, Schulz kann hier nicht mithalten. Hinzu kommt, dass Schulz als Heilsbringer der SPD etwas aus dem Fokus der Medien geraten ist. Das ist zentral, denn weil er nicht im Bundestag sitzt, muss er um Öffentlichkeit kämpfen.

Bleibt das Land von äusse­ren Einflüssen wie Terror verschont, scheint ein Machtwechsel im Herbst unwahrscheinlich. Daran ändert sich auch nichts, sollte die SPD die Wahlen in Nordrhein-Westfalen am nächsten Sonntag gewinnen.

 

Christoph Reichmuth, Berlin