Acht Tote nach Zugkollision in Dänemark

Bei einer Kollision zwischen einem Personenzug und der Ladung eines Güterzuges sterben 8 Menschen, 16 weitere werden verletzt. Trotz eines heftigen Sturms galten keine Tempobeschränkungen.

Niels Anner/sda
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Bierharassen in einem der Züge: Ob sie zum Unfall führten, ist noch unklar. (Bild: Michael Bager/Keystone (Fünen, 2. Januar 2019))

Bierharassen in einem der Züge: Ob sie zum Unfall führten, ist noch unklar. (Bild: Michael Bager/Keystone (Fünen, 2. Januar 2019))

Es ist das schlimmste dänische Zugunglück seit 30 Jahren: Um 7.30 Uhr rammte am Mittwoch ein Richtung Kopenhagen fahrender Intercity-Zug auf der Brücke über den Grossen Belt ein Hindernis. Nach einer Vollbremsung flog Gepäck herum, Funken spritzten, Glasscheiben klirrten. Von der Decke des Zuges lösten sich Teile, Passagiere stürzten. «Es gab einen Knall, und über uns zerbarsten die Fensterscheiben. Dann warfen wir uns auf den Boden», erklärte die Passagierin Heidi Langberg später dem dänischen Fernsehsender DR.

Beim Unfall sind 8 Personen ums Leben gekommen, 16 weitere wurden verletzt. Bis am Abend waren die Opfer noch nicht vollständig identifiziert, die Polizei machte deshalb keine Angaben zu Nationalitäten oder zum Alter.

Gaffer blockierten Autobahn

Der Zug, der 134 Personen an Bord hatte, wurde evakuiert, die Passagiere in ein Krisenzentrum nahe der Stadt Nyborg gebracht. Die 18 Kilometer lange Brücke, die als Hauptverkehrsachse den Westen und den Osten Dänemarks und damit auch Schweden und Deutschland verbindet, blieb stundenlang blockiert. Zeitweise wurde die parallel verlaufende Autobahn ebenfalls gesperrt. Dort bildeten sich Staus, laut der Polizei unter anderem, weil viele Gaffer anhielten; Rettungsfahrzeuge hatten Mühe, zum Unglücksort zu gelangen. 40 Personen wurden gebüsst, weil sie Fotos machten.

Obwohl sofort Untersuchungen eingeleitet wurden, wollte die nationale Unfallkommission keine Aussagen zur Ursache der Kollision machen. Klar ist aber laut Polizeiangaben, dass ein in die Gegenrichtung fahrender Güterzug Teile seiner Ladung verloren hatte, die der Personenzug rammte. Die Brauerei Carlsberg bestätigte, dass der Zug der DB Cargo, einer Tochter der Deutschen Bahn, leere Bierharassen transportierte. Diese waren offenbar nur mit Planen gesichert. Laut der Unfallkommission wurde ein Lastwagenan­hänger gefunden, der vom Zug gekippt war. Ob dieser den Personenzug rammte, sei aber noch unklar, sagte ein Sprecher.

Dänemark wurde am Mittwoch von einem heftigen Sturm getroffen. Der Fährenverkehr war an vielen Orten unterbrochen – und die grossen dänischen Brücken für den Autoverkehr gesperrt. Für die Bahn galten jedoch keine Einschränkungen: Erlaubt waren 180 Kilometer pro Stunde für den Passagierzug und 100 für den Güterzug. Laut dänischen Medienberichten waren die schnellsten Windböen knapp unter der Grenze von 21 Metern pro Sekunde, ab der Züge langsamer fahren müssen. Der zuständige Sicherheitschef erklärte, sämtliche Richtlinien seien eingehalten worden. Bisher habe es bei solchen Verhältnissen auf der Brücke noch nie Probleme gegeben.

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Raphael Gutzwiller