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SEOUL/WASHINGTON: Südkorea vermeldet misslungenen Raketentest in Nordkorea

Nordkorea ist nach Angaben Südkoreas zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage der Test einer Mittelstreckenrakete misslungen. Das Regime habe am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eine ballistische Rakete nahe Kusong im Nordwesten des Landes gestartet, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.
Ein Südkoreaner schaut einen Fernsehbeitrag über den erneuten Raketentest in Nordkorea. (Bild: KEYSTONE/AP/LEE JIN-MAN)

Ein Südkoreaner schaut einen Fernsehbeitrag über den erneuten Raketentest in Nordkorea. (Bild: KEYSTONE/AP/LEE JIN-MAN)

Die Rakete sei aber offensichtlich kurz nach dem Start in der Luft explodiert. Der Startversuch erfolgte zu einem Zeitpunkt, da im UNO-Sicherheitsrat noch über neue Sanktionen gegen Pjöngjang beraten wird.

Mehrere UNO-Resolutionen verbieten dem wegen seines Atomprogramms international isolierten Regime in Pjöngjang, Tests von Raketen mit ballistischer Raketentechnik vorzunehmen. Das Land hatte im September seinen fünften und bisher stärksten Atomtest unternommen. Es war der zweite Nuklearwaffentest Nordkoreas in diesem Jahr.

Südkorea verurteilt Test

Bei dem jüngsten Raketenstart hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen und amerikanischen Militärs vermutlich erneut eine Musudan-Rakete testen wollen. Am vergangenen Samstag war bereits nach Angaben Südkoreas der Test einer Musudan fehlgeschlagen.

Südkorea verurteilte «Nordkoreas fortwährende Provokationen», hiess es jetzt in einer Erklärung des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte. Das Land sei bereit, auf weitere Provokationen durch Nordkorea zu reagieren.

Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern könnte eine Musudan theoretisch Japan und die US-Pazifikinsel Guam treffen.

In diesem Jahr hatte Nordkorea bereits den Angaben in Südkorea zufolge acht solcher Raketen getestet - nur ein Test im Juni galt jedoch als Erfolg. Die Rakete war nach einem Flug von 400 Kilometern ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt.

«Erweiterte Abschreckung»

Wenige Stunden vor dem neuen Raketenstart hatten sich in Washington die Aussen- und Verteidigungsminister der USA und Südkoreas über Wege für eine wirksame Abschreckung gegen Bedrohungen durch das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm beraten.

Dabei einigten sich beide Seiten auch auf einen Dialog über die US-Strategie der «erweiterten Abschreckung». Diese sieht auch den Einsatz von amerikanischen Atomwaffen für den Fall einer nuklearen Bedrohung eines verbündeten Staates vor.

sda

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