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Indonesiens Fischereiministerin legt sich mit China an

Susi Pudjiastuti hat im Land der 17500 Inseln einen wichtigen Posten inne. Jetzt hat sie die Matura gemacht.
Ulrike Putz, Singapur
Susi Pudjiastuti, Indonesiens Fischereiministerin. Bild: Dimas Ardian/Bloomberg (Jakarta, 6. April 2018)

Susi Pudjiastuti, Indonesiens Fischereiministerin.
Bild: Dimas Ardian/Bloomberg (Jakarta, 6. April 2018)

Man sah ihr wieder einmal an, wie viel Spass ihr ihr Job bereitet: Als Susi Pudjiastuti, Indonesiens Ministerin für Fischerei und maritime Ange­legenheiten, den Internatio­nalen Paddle Board Marathon eröffnete, hatte sie eine Über­raschung für die Inselkinder dabei. Hunderte Schwimm­brillen verteilte die 53-Jährige an die Mädchen und Buben, bevor sie sich gewandt auf ein Paddle Board schwang und die ersten paar Hundert Meter des Marathons mitmachte. Pudjiastuti ist in ihrer Heimat nicht nur für ihre unkonven­tionellen Ideen, sondern auch für ihre Sportlichkeit bekannt.

Beim Schnorcheln kam ihr denn auch die Idee, wie man die Gewässer und Korallenriffe Indonesiens, mit 17500 Inseln der grösste Archipel der Welt, retten könne. Die Einheimischen wüssten oft gar nicht, welch wundervolle Natur vor ihren Küsten zu bewundern sei, sagte Susi Pudjiastuti jüngst der indonesischen Nach­richtenseite «Tempo». Deshalb habe sie es vor zwei Jahren zum offiziellen Programm gemacht, in Küstengemeinden Schwimmbrillen zu verschenken. Schon Tausende von Kinder seien so «Augen unter Wasser» gegeben worden. «Durch das Tauchen entwickeln die Kinder einen Bezug zum Meer und lernen, es zu schützen», so die Ministerin. Indo­nesien ist nach China der grösste Verschmutzer der Weltmeere.

Dass Susi Pudjiastuti sich heute als oberste Meeresschützerin Indonesiens versteht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die in West Java geborene Tochter von Geschäftsleuten machte ihr Geld mit dem Export von Meeresfrüchten. Um Hummer und Krebse schneller und frischer an Kunden in Singapur, Hongkong und Japan zu liefern, startete sie 2004 ihre eigene Airline «Susi Air». Mit etwa 50 Maschinen fliegt diese heute viele der winzigen Inselflughäfen Indonesiens an.

2014 übertrug Präsident Joko Widodo der Self-made-Frau und Mutter dreier Kinder das Fischereiministerium, das zu jenem Zeitpunkt von Schliessung bedroht war. Die tätowierte Kettenraucherin verwandelte es in eine politische Bastion, von der aus sie es auch mit China aufnimmt: Seit ihrem Amtsantritt hat sie Hunderte von Fischerboote aufbringen lassen, mit denen meist chinesische Wilderer in indonesischen Gewässern unterwegs waren. Sie werde den Raubbau an indonesischem Fischbestand nicht länger dulden, verkündet Susi, und lässt – um ihrer Botschaft Nachdruck zu verleihen – die beschlagnahmten Boote oft telegen in die Luft jagen. Peking beharrt darauf, dass viele der zu Indonesien gehörenden Gewässer traditionelle chinesische Fischgründe seien. Die Vereinten Nationen schätzen, dass Indonesien jährlich Meeresfrüchte und Fisch im Wert von etwa einer Milliarde Franken gestohlen werden. Ministerin Susi will dem ein Ende machen.

Dass Susi Pudjiastuti meist erreicht, was sie will, bewies sie gerade erst wieder: Im Juli dieses Jahres machte sie nach dem Besuch einer Abendschule ihre Matura. Als 16-Jährige hatte sie die Schule in der 11. Klasse abgebrochen. Nun jedoch steht einer möglichen Kandidatur Susis als Vizepräsidentin bei den Wahlen 2019 nichts mehr im Wege: Für das Amt muss man mindestens Matura haben.

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