Ehepaar Sarkozy
So hat Carla Bruni Sarkozy 8395 Euro gespart

Nicolas Sarkozy ist am Montag auf die politische Bühne zurückgekehrt. Doch die Franzosen interessieren sich ebenso sehr für einen umstrittenen Gratisflug seiner Gattin Carla Bruni.

Stefan Brändle, Paris
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Fliegen gratis erste Klasse: Nicolas Sarkozy und Carla Bruni.

Fliegen gratis erste Klasse: Nicolas Sarkozy und Carla Bruni.

Keystone

Manchmal muss man sich selber einladen. Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy nahm am Montag erstmals seit seiner Abwahl im Mai 2012 an einer Versammlung der «Union für eine Volksbewegung» (UMP) teil. Diese Rückkehr ins politische Rampenlicht hat offiziell zum Zweck, eine parteiinterne Geldsammlung zu lancieren. Die UMP ist formell pleite, nachdem der Verfassungshof Sarkozys Wahlkampfabrechnung von 2012 zurückgewiesen hat. Das bringt die bürgerliche Grosspartei um elf Millionen Euro.

Die ehemalige französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy
14 Bilder
Carla als Première Dame
Die geste des erhabenen Grüssens beherrscht sie perfekt. Carla Bruni-Sarkozy grüsst beim Fototermin.
In den Neunziger Jahren war sie ein bekanntes Topmodel. Carla Bruni 1998.
An der Seite von Linda Evangelista, Naomi Campbell und Claudia Schiffer.
Dieses Bild von Carla schoss der Schweizer Fotograf Michel Comte 1993, versteigert wurde es 2008 für 91 000 Franken.
Über ihr faltenloses Antlitz gab es shcon die wildesten Gerüchte.
Nie aber über ihr Stilgefühl.
Das war stets über jeden Zweifel erhaben.
Dasselbe galt für ihren Männergeschmack.
Eric Clapton, Mick Jagger, Raphael Enthoven und Vincent Perez gehörten unter anderem zu ihren Auserwählten.
Gerne kokettiert sie mit ihrem Image als Männerfresserin.
Nach ihrem Rückzug vom Laufsteg etablierte sie sich als Singer/Songwriter.
Ihr erstes Album «Quel'qun m'a dit» wurde ein Hit.

Die ehemalige französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy

Anspruch auf kostenlose Flüge

Sarkozy verbindet mit dem Auftritt aber zweifellos auch politische Hintergedanken: Er bereitet seine politische Rückkehr im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen von 2017 vor. Bis dahin muss er sich aber noch in mehreren Gerichtsfällen verteidigen, bei denen es unter anderen um unerlaubte Wahlspenden geht.

Sarkozys Comeback wird aber noch von einer neuen Affäre überschattet. Die französische Gewerkschaft Sud-Aérien hat publik gemacht, dass Sarkozys Frau Carla Bruni Ende Juni mit Air France unentgeltlich und in der ersten Klasse nach New York und zurück nach Paris geflogen war. Normal erworben hätte das Ticket 8395 Euro gekostet. Bruni zahlte aber nicht einmal die 500 Euro Flughafengebühren.

Juristisch ist der Gratisflug unanfechtbar: Laut einer Ordonnanz von 1985 haben Ex-Präsidenten und ihre Gattinnen Anspruch auf kostenlose Erstklassflüge mit der – ehemals staatlichen – Fluggesellschaft Air France. Die Gewerkschaft Sud-Aérien kritisiert jedoch, dass eine begüterte Industriellentochter keinen Cent für ein teures Ticket bezahle, während die Angestellten von Air France wegen eines drastischen Sparplans im Betrieb Lohneinbussen hinnehmen müssten. «Wir sind doch nicht mehr in einer Monarchie mit all ihren Privilegien», ärgert sich Gewerkschaftssprecher Léon Crémieux. «Es geht nicht um den individuellen Fall von Carla Bruni-Sarkozy, aber wir brauchen Regeln, die für alle gelten.»

Wohnung und Diener

Air France rechtfertigte sich, dass ehemalige Staatspräsidenten und ihre Familien «aus Tradition von gewissen Erleichterungen in der höchsten Reservierungsklasse profitieren» könnten. Diese Annehmlichkeiten hatte der frühere Premierminister und heutige Aussenminister Laurent Fabius 1985 eingeführt.

Neben den Gratisflügen gehören dazu auch eine Dienstwohnung mit einem Dutzend Bediensteten sowie Polizeischutz an den Erst-, Zweit- und Drittresidenzen. Kurioserweise wurde diese Regelung erst 2010 publik. Das Parlament hat bis heute nicht darüber befunden, obwohl das bei Ordonnanzen eigentlich der Fall sein sollte.

Der aktuelle Präsident François Hollande wollte zumindest mit einem anderen alten Zopf aufräumen und den lebenslangen Einsitz von Ex-Präsidenten im Verfassungshof stoppen. Sarkozy ist ihm am Freitag zuvorgekommen, indem er das Ehrenamt von sich aus niederlegte.