TV-Spot
So will Deutschland Balkan-Flüchtlinge abschrecken

Mit einem TV-Spot und will Deutschland Migranten aus dem Westbalkan fernhalten. Einreisewillige werden darin vor den Folgen einer Abschiebung gewarnt.

Christoph Zehnder
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Die Staaten aus dem Westbalkan gelten in der EU wie auch in der Schweiz als sicher. Asylgesuche aus diesen Ländern werden in der Regel abgelehnt. Dennoch verlassen Tausende ihre Heimat auf der Suche nach wirtschaftlichem Glück in den reichen EU-Staaten.

Wie andere Regierungen auch, ist auch Deutschland um Aufklärung vor Ort bemüht. In einem von der Bundespolizei produzierten Video werden Migrationswillige vor den Folgen einer erfolglosen Einreise gewarnt. «Nicht wenige haben den falschen Versprechungen von Betrügern geglaubt, dass es einfach wäre, in Deutschland oder anderen EU-Staaten als Asylbewerber bleiben zu dürfen und viel Geld zu verdienen», heisst es in dem vierminütigen TV-Spot.

Die Botschaft des Videos ist klar: Die Profiteure sind die Schlepper, das Nachsehen haben die Migranten. Wer sich ohne Genehmigung in Deutschland aufhält und arbeitet, muss mit Strafe rechnen und wird abgeschoben. Gezeigt werden Szenen von Rückführungen mit Polizeibegleitung.

«Die hohen Kosten von meist vielen Tausend Euro werden dem Abgeschobenen in Rechnung gestellt und können auch noch nach vielen Jahren eingefordert werden», warnt der Sprecher. «Ruinieren Sie nicht sich und ihre Familie», so der Schluss-Appell, «sondern helfen Sie aktiv mit, ihr Heimatland wirtschaftlich aufzubauen.»

In Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro soll das Video in der jeweiligen Landessprache gezeigt werden, wie der «Spiegel» berichtet.

Auch die Schweiz versucht, dem Flüchtlingsstrom aus dem Westbalkan mit Aufklärung zu begegnen. Bereits 2013 produzierte das Staatssekretariat für Migration ein ähnliches, wenn auch weniger drastisches, Video.

Noch weiter gehen die Behörden in Australien. Dort soll ein realistisches TV-Drama das tragische Schicksal von Flüchtlingen aufzeigen und Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak und Syrien fernhalten. Kritiker sehen darin den «teuersten Fantasyfilm seit 'Herr der Ringe'».

Wie die einzelnen EU-Staaten auf die aktuelle Flüchtlingskrise reagieren, lesen Sie hier.