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SPANIEN: Tote und Verletzte bei Terroranschlag in Barcelona - Tatverdächtiger verhaftet

Im Zentrum Barcelonas ist mit einem Lieferwagen ein Terroranschlag verübt worden. Bei der Fahrt des Wagens in die Menschenmenge der Flaniermeile Las Ramblas wurden 13 Personen getötet. Stunden später nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.
Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Die Polizei riegelt den Tatort an der Flaniermeile Las Ramblas grossräumig ab.

Die katalanische Regierung gab am Abend via Twitter bekannt, es seien 13 Personen getötet und mindestens 50 weitere verletzt worden. Zuvor hatte bereits Innenminister Joaquim Forn informiert und von zehn Schwerverletzten gesprochen.

Am Donnerstagabend um 17.05 Uhr war auf der Flaniermeile Las Ramblas ein weisser Kleinbus in die Menschenmenge gerast. Der Fahrer des Wagens konnte fliehen, der Zeitung "El Pais" zufolge zu Fuss. Er soll sich bewaffnet in einem Restaurant in der Nähe des Tatortes verschanzt haben, schrieb "La Vanguardia". Später teilte die Polizei mit, sie habe im Zusammenhang mit dem Anschlag einen Mann festgenommen.

Mögliches Fluchtfahrzeug gefunden

Bei dem weissen Lieferwagen, der für das Attentat benutzt wurde, soll es sich nach Medienberichten um ein gemietetes Fahrzeug gehandelt haben. Ein zweiter Lieferwagen, mit dem die Täterschaft womöglich hätten fliehen wollen, sei nahe von Barcelona gefunden worden, schrieben die katalanischen Zeitungen "La Vanguardia" und "El Periódico de Catalunya" unter Berufung auf die Polizei.

Ein französischer Tourist erzählte dem Sender BFMTV, der Lieferwagen sei beim Anschlag Zickzack gefahren, "um ein Maximum an Fussgängern zu erwischen". Ein anderer Augenzeuge sagte dem britischen Sender BBC, das Fahrzeug sei mit konstant hoher Geschwindigkeit in die Menge gefahren.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte, die Regierung stehe mit allen Behörden in Barcelona in Kontakt. Rettungsdienste riefen die Bevölkerung auf, die Gegend um den Placa de Catalunya zu meiden und forderten die Schliessung nahegelegener Bahnhöfe und U-Bahnstationen.

NATO-Generalsekretär: «Vereint im Kampf»

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte bestürzt auf den Terroranschlag in Barcelona. "Ich verurteile den furchtbaren Angriff in Barcelona. Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen. Wir stehen vereint im Kampf gegen den Terrorismus", erklärte Stoltenberg am Donnerstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter.

EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb: "Ganz Europa steht an der Seite Barcelonas. Auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sprach den Behörden die volle Unterstützung zu. US-Präsident Donald Trump verurteilt ebenfalls den Anschlag und sagte Spanien jede Hilfe zu, die notwendig sei.

In Berlin, Nizza, Stockholm und London sind in den vergangenen Monaten Attentate mit Lastwagen oder Kleintransportern verübt worden. In Madrid hatten islamistische Terroristen im März 2004 Sprengsätze in Nahverkehrszügen gezündet. Dabei wurden 191 Menschen getötet, mehr als 1800 wurden verletzt.

Spanien wurde bislang von extremistischer Gewalt weitgehend verschont, wie sie jüngst in Frankreich, Belgien, Grossbritannien und Deutschland verübt wurde. Allerdings gab es 2004 in Madrid den europaweit bislang folgenschwersten Terroranschlag. Im März 2004 wurden 191 Menschen getötet, als in Pendlerzügen in der spanischen Hauptstadt Bomben explodierten. Zu der Tat bekannten sich Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Spanien ist das drittgrösste Touristenziel weltweit. Die spanischen Behörden halten sich hinsichtlich der Bedrohung durch den Terrorismus weitgehend bedeckt. Die Terrorwarnstufe wurde 2015 allerdings auf Stufe vier von fünf erhöht.

Überdies geben die Behörden regelmässig Festnahmen mutmasslicher Dschihadisten bekannt. Laut spanischem Innenministerium wurden seit Juni 2015 mehr als 180 "dschihadistische Terroristen" festgenommen.

Spanien wird von Dschihadisten jüngst zunehmend als mögliches Ziel genannt. Auf extremistischen Websites werden historische Gründe dafür angeführt. Sie verweisen auf die frühere muslimische Herrschaft über weite Teile des heutigen Spaniens.

sda

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