Spendenaffäre: AfD-Vorsitzender Meuthen gesteht Fehler ein

Geld sei zu spät zurückbezahlt worden, sagte der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, in einem Interview. Die Partei und ihre Vertreter müssten sich aber keine Vorwürfe machen.

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Fraktionschefin Alice Weidel auf dem Europaparteitag der AfD in Magdeburg. (Bild: Clemens Bilan/EPA (16. November 2018)

Fraktionschefin Alice Weidel auf dem Europaparteitag der AfD in Magdeburg. (Bild: Clemens Bilan/EPA (16. November 2018)

Der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, hat in der Spendenaffäre Fehler eingestanden. Dass solche geschehen seien, sei «unstrittig». Das Geld sei «ein paar Wochen zu spät» zurückgezahlt worden, sagte er in einem Interview mit dem ZDF am Wochenende. Der Vorgang werde nun vollumfänglich aufgeklärt, so Meuthen weiter. ­Der AfD-Kreisverband am Bodensee von Fraktionschefin Alice Weidel hatte zwei Gross­spenden, 130'000 Euro aus der Schweiz und 150'000 Euro aus Holland, erhalten und damit möglicherweise gegen das ­Parteiengesetz verstossen. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen Vorermittlungen eingeleitet.

Das Geld aus der Schweiz war von der Zürcher Firma PWS Pharmawholesale International AG überwiesen worden, «treuhänderisch für ­einen Geschäftsfreund», wie deutsche Medien berichteten.

Meuthen nahm Weidel im Interview in Schutz: Sie habe glaubhaft erklärt, von den Vorgängen erst spät erfahren zu haben. Und das Thema werde generell zu gross gemacht. Man müsse hier «die Kirche im Dorf lassen». Die Parteispitze hatte sich bereits am Freitag hinter Weidel gestellt und «keinerlei Verschulden» gesehen. Alle vorübergehend eingegangenen Zahlungen seien von der Partei zurückgezahlt worden. Auch Weidel wies sämtliche Vorwürfe zurück. (lb)

AfD-Spendenaffäre um Alice Weidel spitzt sich zu

In der AfD-Spendenaffäre weitet die Justiz ihre Untersuchungen gegen die Partei aus. Man werde sich auch die Grossspende einer Stiftung mit Sitz in den Niederlanden anschauen und prüfen, ob der Anfangsverdacht eines Verstosses gegen das Parteiengesetz besteht.